Gran Canaria - September 2005 - 2 Wochen

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*Angie

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Re: Gran Canaria - September 2005 - 2 Wochen
« Antwort #30 am: 07.10.2008, 17:27 Uhr »

Donnerstag, 22. 9. 2005:


Michi hat Geburtstag :D :D :D

Wozu schalten wir überhaupt noch das Handy zum Wecken ein :?: Die Straßenarbeiter sind jeden Tag halbwegs pünktlich. Zwischen 7:30 und 7:45 Uhr treten sie lautstark ihren Dienst an.

Wie immer bereite ich unser Frühstück zu, denke, Michi wird gleich herunter kommen, weil er wegen des Lärms ohnehin nicht mehr schlafen kann, doch Fehlanzeige. Als ich unsere Brötchen geschmiert und belegt, den Tee und Kaffee fertig habe, wecke ich ihn auf. Er schläft doch glatt wie ein Murmeltier  Fast tut er mir leid, aber andererseits weiß ich, dass er nicht ewig schlafen will, weil sonst der Tag fast schon gelaufen ist.

Nach dem Frühstück telefoniert Michi mit M., es scheint winzig kleine Problemchen zu geben, eigentlich überhaupt nicht der Rede wert.

Ich packe in der Zwischenzeit unsere Rucksäcke, denn heute steht nochmal die Wanderung im Pinar de Pajonales an, nämlich jene, wo wir uns vor wenigen Tagen verlaufen haben. Heute wollen wir die Wanderung so gehen, wie wir sie vom April her kennen.

Um 10:30 Uhr verlassen wir die Finca und kaufen uns noch zwei Brötchen.

Kurz vor 11:30 Uhr stellen wir das Auto am Parkplatz in El Juncal ab. Um 11:30, also in wenigen Minuten, soll wieder der Big Ben-Verschnitt vom Kirchturm läuten und das Geläute will Michi auf Band aufnehmen.

Dann ist es soweit: Ding-dong-ding-dong-dong-ding-ding-dooooonnnggggg...... Das Tonband ist aus, man hört es deutlich und wir können endlich unsere Wanderung beginnen.

Uihh, auf Grund der späten Uhrzeit ist das eine heiße Angelegenheit :!: Zwei Jäger mit insgesamt 8 kanarischen Hunden, alle angeleint (welch Glück :wink:), begegnen uns. Michi fragt um Erlaubnis, die Hunde samt Besitzer fotografieren zu dürfen und bekommt sie.

Die Hunde hecheln, sind ganz unruhig, sehen uns gehetzt an, aber sie geben keinen Laut von sich.


Kaum sind wir die ersten paar Meter am Wanderweg, kommt uns ein wilder kanarischer Hund entgegen.

Der Hund kommt - eh klar :evil: - auf mich zu, bleibt aber auf Distanz. Er sieht mich an, wedelt mit dem Schwanz, macht kehrt und läuft vor uns weiter, allerdings schneller als wir. Kunststück, bei diesem Fliegengewicht von Hund.

Ehe wir zur Absperrung kommen, machen wir eine kurze Rast und genehmigen uns Obst. Gerade in dem Moment, als Michi seinen Rucksack hoch hebt, sehe ich einen Riss entlang der unteren Schmalseite des Rucksacks. Schreck :shock: Ich kann die Getränkeflaschen erkennen :shock: Michi sieht sofort dunkelschwarz und meint, jetzt kann er den vor drei Monaten in der Nähe von Kirchberg gekauften, gar nicht billigen Rucksack, gleich wieder wegwerfen. Nicht so schnell, junger Mann :wink:

Ich krame in meinem Rucksack, Michi versteht die Welt nicht mehr und will wissen, was sein Rucksack mit meiner Kramerei in meinem Rucksack zu tun hat. Ganz einfach: In meinem Rucksack befindet sich ein Verbandszeug. Nein :wink: Ich will dem Rucksack keinen Kreuzverband anlegen :lol: Aber im Verbandszeug befinden sich zwei Sicherheitsnadeln und die müssten das Schlimmste bei seinem Rucksack verhindern. Als Michi das langsam versteht, bringt er vor Staunen kein Wort mehr heraus. Witzig, ihn mal sprachlos zu sehen :wink:

Endlich können wir weiter gehen, übersteigen die Absperrung (Kette) und gelangen nach einiger Zeit zu jener Abzweigung, die wir vor wenigen Tagen links liegen ließen. Nämlich jene Abzweigung, wo es linkerhand etwas bergauf in den Wald geht.


Wenn es nur nicht so viel zu filmen und zu fotografieren gäbe :D


Es ist kaum ein Weiterkommen.
Die Blicke übers Land, auch auf den Roque Nublo, sind fantastisch, die Luft ist klar und rein. Auch die Sicht auf den Embalse de la Ninas ist einwandfrei.


Im Hintergrund: Der 'Stein' auf dem Felsen ist der Roque Nublo

Embalse de las Niñas

Auf einem schattiges Plätzchen machen wir Rast. Kaum lassen wir uns nieder, trauen wir unseren Augen kaum: Ein Mann geht an uns vorbei, überholt uns sozusagen. Wer hätte das gedacht...

Nicht lange darauf machen wir uns auf den Weiterweg und --- erkennen nach einiger Zeit unseren Jausenplatz von vor wenigen Tagen :!: Was soll dieser Scherz :?: Wieso gelangen wir zu unserem Jausenplatz :?: Michi und ich denken wohl dasselbe und dann lachen wir lauthals.

Das gibt's doch nicht :lol: Wir haben vor wenigen Tagen genau an dem Teil vom Wanderweg gepicknickt, wo wir nur hätten weiter gehen müssen :oops: Anstatt weiter zu gehen, sind wir damals wieder auf den Forstweg zurück und diesem wieder gefolgt. Das darf ich wohl niemandem erzählen :wink:

Wir gehen ein Stück weiter und kommen zum Schrein. Aus Erfahrung - und vom Wanderführer - wissen wir, vom Schrein bis nach El Juncal dauert es 1,5 Stunden, aber nur dann, wenn man mehr als zügig geht.

So rasch, wie wir möchten, kommen wir nicht vorwärts. Wie schon so häufig, hindert uns die wunderschöne Landschaft daran.




Beim Auto angekommen ziehen wir unsere Wanderschuhe aus und treten die Rückfahrt an. Allerdings machen wir im Café Melian in Rosiana Rast, um uns je einen Espresso zu bestellen.

Kurz vor 18 Uhr sind wir bei unserer Gemischtwarenhändlerin und kaufen eine Großpackung Eis.

Damit gut bestückt fahren wir in die Finca, die gerade mal einen Steinwurf vom Laden entfernt ist. Wir ziehen Bikini bzw. Badehose an und mit Eis, Reiseführern und Badetüchern bewaffnet, begeben wir uns zum Pool. Es ist 18:15 Uhr.

Kurz vor 19:30 Uhr wird es uns doch zu kalt, wir gehen die paar Stufen in die Finca.

Nach dem Abendessen setze ich mich, wie täglich, vor den Laptop, überspiele die Fotos und schreibe den Reisebericht. Plötzlich läuft unser Mitbewohner, der Gecko, zwischen meinen Füßen durch und verkriecht sich hinter die Kommode in der Küche.

Buenas noches :D

 

Kilometerstand am Ende des Tages: 29.445





Viele Grüße,
Angie

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*Doreen & Andreas

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Re: Gran Canaria - September 2005 - 2 Wochen
« Antwort #31 am: 08.10.2008, 08:37 Uhr »
Das gibt's doch nicht :lol: Wir haben vor wenigen Tagen genau an dem Teil vom Wanderweg gepicknickt, wo wir nur hätten weiter gehen müssen :oops: Anstatt weiter zu gehen, sind wir damals wieder auf den Forstweg zurück und diesem wieder gefolgt. Das darf ich wohl niemandem erzählen :wink:
Das ist schon witzig, aber vielleicht hat Euch damals der VW-Bus ein wenig abgelenkt...
Nichts desto Trotz wieder tolle Bilder, Angie  :daumen:
Viele Grüße,
Andreas
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Re: Gran Canaria - September 2005 - 2 Wochen
« Antwort #32 am: 08.10.2008, 08:52 Uhr »


Ist der "Stativhut" auch ein Feature von Manfrotto ? :lol:
Gruß Easy


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*Angie

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Re: Gran Canaria - September 2005 - 2 Wochen
« Antwort #33 am: 08.10.2008, 12:04 Uhr »
Ist der "Stativhut" auch ein Feature von Manfrotto ? :lol:

Ja klar, aber nur dann, wenn man in Wien bestellt und nach Linz liefern lässt. Wusstest du das etwa nicht? :wink:

Viele Grüße,
Angie

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Re: Gran Canaria - September 2005 - 2 Wochen
« Antwort #34 am: 08.10.2008, 15:28 Uhr »

Freitag, 23. 9. 2005:


Ach, ist das herrlich :D Das Handy weckt mich um 7:20 Uhr, also noch vor Eintreffen der Straßenarbeiter :wink:

Während ich unser Frühstück zubereite, trällert ein Canario während der Arbeit ein Liedchen. Hört sich ganz nett an.

Um 10:10 sind wir endlich zur Abfahrt bereit.

Doch als Erstes müssten wir tanken, was wir bei unserer Tankstelle in Rosiana erledigen. Erstmals habe ich mir den Super-95-Preis angesehen: 1 l kostet € 0,81.

Dann fahren wir die GC 60 nördlich bis kurz nach dem Cruz Grande, dort biege ich linkerhand in die GC 604 Richtung Chira-Stausee ein.

Embalse de Chira

Bis Chira ist die Straße geteert und wie fast alle Straßen auf Gran Canaria sehr kurvenreich. Hinter Chira endet abrupt der Asphalt und wie schon vom April 2005 her gewöhnt, beginnt eine Rumpelpiste der besonderen Sorte.

Zu diesem Zeitpunkt zeigt der Kilometerstand 29.502 an, es ist 12:25 Uhr.

Was uns sehr verwundert ist die Tatsache, dass uns gleich zu Beginn dieser unsealed road drei Autos überholen. Ein Kombi ist bis unters Dach mit 5-l-Kanister Wasser offenbar in Richtung nach Hause unterwegs.

Ein wenig später sehe ich genau dieses Auto rechterhand unterhalb des Tracks bei einem nicht sehr Eindruck erweckenden alten Haus stehen, hier scheinen offenbar die Leute zu wohnen.

Das Gute an ungeteerten Straßen ist, dass kaum andere Touristen unterwegs sind.


Landschaftlich ist es einfach herrlich, wir genießen die Ruhe und die Natur. Wir sehen eine geeignete Stelle im Schatten, wo wir picknicken.




Um 14:20 Uhr sind wir bei den zwei Wasserlöchern, die sich linkerhand der Straße befinden.


Uihhh, ist diesmal wenig Wasser drinnen  In das linke Wasserloch kann ich ein gutes Stück hinein krabbeln und bemerke gerade noch im letzten Moment einen Frosch, der von der rechten Seite her ins Wasser springt.


Um 14:30 Uhr haben wir einen sehr guten Blick auf den Embalse de Exusaboraja.

Embalse de Exusaboraja

Wir genießen die Einsamkeit, die Ruhe, die Landschaft – es ist wunderschön :D




Und wieder legen wir einen der zahlreichen Stopps ein. Hier geht es ca. 300 m ganz steil bergab.


Bei Km 29.513 steht linkerhand das Haus, wo Michi im April bei den Leuten nachfragte, welcher Weg wohl nach Süden führen würde. Diesmal waren keine Leute beim Haus, aber ein Auto und fragen müssen wir nicht, weil wir den weiteren Weg schon kennen.

Ich "düse" rechts herum, wo - wiederum rechts - ein schon halb verrostetes Auto am Dach liegt, linkerhand befindet sich ein Radioteleskop.
Bei Km 29.513,3 haben wir wieder Asphalt unter den Rädern.

Weiter geht es durch eine wunderschöne Landschaft Richtung Süden, bis wir die Vororte von Maspalomas erreichen.




Über die GC 500 bzw. anschließend über die GC 1 fahren wir bis El Doctoral und dann über die GC 550 nach Sta. Lucía bzw. zur Finca.

Bei Km 29.568 erreichen wir um 17:45 unseren Parkplatz. Wir schlüpfen wiederum in Bikini bzw. Badehose und machen es uns am Pool bequem. Michi lästert schon, er wisse gar nicht, dass ich einen Badeurlaub gebucht habe :lol: Tja, nun liegen wir glatt (und verkehrt) das zweite Mal in diesem Urlaub am Pool, zwar nur für ganz kurze Zeit, aber immerhin.

Kurz vor 19:00 Uhr kommt mir eine Idee. Gestern wollte Michi kein Geburtstagsessen und daher schlage ich nun vor, wir fahren zum Restaurant Mirador, nicht weit von uns entfernt. Gesagt, getan :essen:

Bei Mirador sind wir um diese Uhrzeit die einzigen Gäste  Als Vorspeise bestellen wir uns ein Knoblauchbrot, dann gibt es für jeden von uns ein Pfeffersteak mit Cola light für mich und einem Bier für Michi, der sich anschließend noch einen Espresso gönnt. Bezahlt haben wir insgesamt € 30,64.

 

Kilometerstand am Ende des Tages: 29.569


Viele Grüße,
Angie

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*Angie

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Re: Gran Canaria - September 2005 - 2 Wochen
« Antwort #35 am: 09.10.2008, 16:13 Uhr »

Wundert euch nicht, wenn es heute keine Fotos gibt. Nein - ich habe nicht darauf vergessen, sondern es gibt keinen Grund, Fotos zu schießen :wink:


Samstag, 24. 9. 2005:

Ach, ist das schön :D Ein Morgen ohne Straßenarbeiter beginnt :D Fast geht mir etwas ab :wink:

Das Handy weckt mich pünktlich um 7:20 Uhr, dem folgt, wie üblich, die Morgentoilette sowie das Zubereiten unseres Frühstücks.

Anschließend packen wir gemeinsam die Sachen fürs heutige Picknick zusammen, denn am Plan steht wiederum - wie schon im April 2005 - die Wanderung auf den Tauro. Das wird eine schweißtreibende Angelegenheit, entsprechend viel Flüssigkeit packen wir ein.

Michi und ich unterhalten uns während der Fahrt über unsere Zukunft. Er fragt mich nämlich aus heiterem Himmel, ob ich mir vorstellen könne, dass wir nach Gran Canaria auswandern und uns hier in der Gegend um Sta. Lucía niederlassen. Ich antworte ganz spontan „ja, klar kann ich mir das vorstellen“ – und innerlich zerreißt es mich fast vor lachen :lachroll: :lachroll: 

Dzt. laufen im TV ein paar Auswanderer-Sendungen, warum sollten wir nicht für uns das Spielchen „wir wandern aus“ spielen :lachroll: Ich beschließe, bei diesem Spaß mache ich mit, nur mit dem Unterschied, die Leute im TV wandern tatsächlich aus und wir tun halt so als ob :lol: Das gefällt mir, endlich mal etwas Anderes :!: Ich wusste gar nicht, dass Michi so einfallsreich sein kann :lol:

Als wir irgendwo zwischen Cruz Grande und Ayacata unterwegs sind, frage ich Michi im ernsten Tonfall (so gut es mir halt gelingt) "... und weshalb drehen wir nicht um und fragen die Deutsche, wann sie Zeit für uns hat :?: ". Michi: "Hmmm, eigentlich wahr, viel Zeit bleibt uns ja nicht mehr, bis wir zurück fliegen und vielleicht kann sie uns Tipps zum Thema auswandern geben". Im Geheimen werfe ich mich weg :lachroll:

So schnell umgedreht habe ich noch nicht oft. Und ich kann mich vor lachen kaum noch halten :lachroll:

Eines weiß ich noch nicht – wie lange soll dieses Spiel dauern :?: Einen Tag, zwei Tage :?: Ehrlich, länger als drei Tage mache ich nicht mit, dann muss ich in der Zwischenzeit einen Schauspielkurs besuchen :lol:

In ziemlicher Geschwindigkeit geht es zurück nach Sta. Lucía bzw. wir fahren zu S. Sie ist sogar zu Hause und bittet uns in ihr Haus, das sie uns auch zeigt.

Übrigens treffen wir bei S. um 11:30 ein und verlassen ihr Haus um 18 Uhr...

In diesen über 6 Stunden erfahren wir sehr viel Neues, lernen sehr viel, Michi ist schwer ins Grübeln verfallen und es gibt für uns ab nun fast nur noch ein Thema: „Wir wandern aus". :lachroll:

Nein, es ist einfach köstlich :lol: Wir und auswandern :lol: Ja klar, wir gehören auch zu denen, die schon seit Jahren sagen „wenn wir mal in Rente sind, wandern wir aus“ – bla-bla-bla :lol: Eines ist sicher: Dann sind schon alle anderen ausgewandert und wir hocken immer noch in Linz.

Wir fahren vorerst zurück zur Finca, aber nur, um etwas zu trinken, dann geht's weiter nach Vecindario (Shopping Center Atlantico), wo mein ganzes Interesse einem Internet-Café gilt. Ich beantworte zwei Mails von B., verschicke auch noch eine  SMS und zum Schluss, schon reichlich spät, genehmigen wir uns in diesem SC ein eher kärgliches Abendessen.

Dann geht es, wie schon fast üblich, in der totalen Finsternis retour nach Sta. Lucía. Um 23:30 treffen wir endlich in der Finca ein und unser heutiges Thema findet eine Fortsetzung. Ich lache mich noch irgendwann kaputt :lachroll: 

Ins Bett gehen wir um 2:30 Uhr - schon des nächsten Tages.


 
Kilometerstand am Ende des Tages: 29.628


Viele Grüße,
Angie

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Re: Gran Canaria - September 2005 - 2 Wochen
« Antwort #36 am: 10.10.2008, 15:22 Uhr »

Sonntag, 25. 9. 2005:

In Anbetracht dessen, wann wir gestern alias heute ins Bett gegangen sind, holt mich das Handy erst um 9:00 aus dem Schlaf. Es hätte ruhig noch etwas später klingeln können, aber Befehl ist Befehl :wink:

Zum Frühstück gibt es heute ausnahmsweise noch weiche Eier. Insgesamt lassen wir uns heute viel Zeit, denn das gestrige Thema findet wieder seine Fortsetzung – wie lange eigentlich noch :think: Aber ich denke, ich habe mich in die Rolle eines Schauspielers ganz gut eingefunden. Ob ich mich nach unserem Spielchen in einem Theater bewerben könnte :lol: 

Um 11:35 fahren wir von der Finca ab, es geht vorerst auf der GC 60 in Richtung Acayata. Beim alten Mann am Eck kaufen wir 2 Brötchen und dann fahren wir auf der GC 605 in Richtung Soria.

Michi ruft zwischendurch mal S. an, um sich nochmal dafür zu bedanken, dass sie gestern so viel Zeit für uns aufbrachte. Ihre Antwort "ich bin Italienerin, keine Deutsche. Bei Italienern ticken die Uhren anders". Michi bietet ihr an, wenn sie in den nächsten zwei Tagen, also während der Zeit, wo wir noch hier sind, etwas braucht, was sie ohne eigenem Auto nicht bewerkstelligen kann, können wir ihr gerne behilflich sein. Das Angebot nimmt sie dankend an, sie braucht z. B. eine 5-sprossige Leiter (ups, wie soll die in unseren Jeep passen :?:).

Beim Fuente del Durazno (= Stausee) stelle ich den Jeep ab, wir schlüpfen in unsere Wanderkleidung uns los geht es :D

Als Erstes begegnen wir einem Jäger, der mit seiner Beute zum Auto geht.




Der Einstieg in die Wanderung ist durch die bunt verlegten Steine, die eine Stiege darstellen sollen, leicht zu erkennnen. Dann wird es schwieriger, steiniger, teilweise muss man den Weg mehr erahnen als erkennen.

Landschaftlich – wie immer – traumhaft schön.
Um 12:00 beginnen wir mit dem Aufstieg, meist auf Geröll – zwei Schritte vorwärts, einer zurück.


Einstieg zur Wanderung

vor uns der der Tauro

Um 13:45 Uhr sind wir am Gipfel des Tauro und machen Picknick.




Es ist eine herrliche Ruhe hier heroben, die Ausblicke ins Tal sind einfach nur fantastisch! Ein Segen, dass nicht mehr Touristen hier herauf wandern.

BTW: Wir sind heute die einzigen Leute, die diesen Weg laufen.

Um 15:30 Uhr treten wir den Rückweg an und obwohl wir wirklich schnell unterwegs sind, brauchen wir doch tatsächlich eine ganze Stunde, bis wir beim Auto sind. Dort ziehen wir uns um, denn am Plan steht die GC 210 inklusive dem Besuch bei Pepe und seinem Marrokaner. Darauf freuen wir uns (besonders ich mich) sehr :D

Auf der Fahrt zur GC 210 kommen wir wieder bei den Fuente de Los Azulejos vorbei. Sie werden von der Sonne gerade so schön bestrahlt, da muss man einfach stehen bleiben, filmen und fotografieren, was das Zeug hält.

Fuente de los Los Azulejos

Und weiter geht es – zumindest bis zum nächsten Fotostopp.

die GC 210 Richtung San Nicolas

In San Nicolas tanken wir den Jeep voll, Michi bezahlt - und mit nichts in der Hand kommt er zurück. Ich frage ihn, ob er auf die zwei Cola light vergessen habe. Antwort: ".... habe keine gesehen...". Naja, schade. Ok, also weiterhin warme Getränke, was soll's.

Nach einer längeren Fahrt auf der GC 210 - länger vor allem deswegen, weil die vielen Kurven, die enge Straße, das Weiterfahren erschwert - kommen wir zu Pepes Home. Doch, wo ist er  Niemand, außer einem bissigen Hund, der nicht zu uns kann, weil ein Zaun uns trennt, ist zu sehen. Ich rufe "Pepe  Pepe  " Niemand rührt sich, außer, dass ein paar Vögel zwitschern. Die ganze Unterkunft ist schwer versperrt.


Was ist mit Pepe und dem Marrokaner :?: Wohin haben "sie" die beiden gebracht :?: Oder liegt es ganz einfach nur am Sonntag, dass niemand zu Hause ist... Michi fotografiert, ich laufe ziemlich traurig herum, ich hatte mich so auf Pepe gefreut bzw. darauf, dass er sich freut, wenn er uns wieder sieht.

Wir müssen weiter fahren, das Licht fällt jetzt besonders schön in den Barranco hinein.







Etliche Autos kommen mir entgegen, manche können nicht mal rückwärts fahren und fahren das Auto fast in den Graben. Sachen gibt's.....

Um 20 Uhr sind wir mit der GC 210 fertig, begeben uns auf die GC 60 und fahren nach Sta. Lucía zurück.

Dort kaufen wir noch ein paar wenige Dinge, Michi ruft S. an, am Dienstag gegen 9:00 braucht sie einen Transport von uns bis nach Telde und retour. Sie möchte einiges kaufen.

In der Finca kommen wir um 21:00 Uhr an, ich richte unser Abendessen, wir reden über das ungewisse Etwas, ich überspiele die Fotos, tippe den Reisebericht.

Mittlerweile ist es 00:58 des bereits nächsten Tages, Michi ist längst im Bett.

Morgen früh kommen sicher wieder die Straßenarbeiter und werfen uns aus der Kiste.

 
Kilometerstand am Ende des Tages: 29.744


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Angie

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Re: Gran Canaria - September 2005 - 2 Wochen
« Antwort #37 am: 11.10.2008, 16:14 Uhr »

Montag, 26. 9. 2005:

Ich weiß es doch: Um 7:20 Uhr weckt mich das Handy, zehn Minuten später beginnen die Straßenarbeiter lautstark ihren Dienst.

Während dessen ich unser Frühstück zubereite, steht Michi freiwillig auf. Er hat keine große Lust, den Arbeitern beim Klopfen der Pflastersteine zuzuhören, was ich verstehen kann. Diese Geräusche gehen durch Mark und Bein.

Um 10 Uhr fahren wir in Richtung Palmitos Park ab, d. h., wir fahren die GC 503 bis zum Aussichtspunkt Los Palmitos, dort stelle ich den Jeep ab. Wir ziehen unsere Wanderschuhe an, schnappen unsere Rucksäcke, das Manfrotto, die Digicam und den Camcorder und los geht's.

Es ist 11:30 Uhr, als wir mit der Wanderung "Ins wilde Bergland" beginnen. Veranschlagt sind 10 km und 3,5 Stunden. Ja-ja, Reiseführer bzw. dessen Autoren, wo einer vom anderen abschreibt und nicht mal den Schreibstil ändert - das ist so eine Sache für sich. Die Kilometer kann man noch halbwegs glauben, aber die veranschlagte Zeit ist ein Witz. Dazu dann noch - allerdings bei einer anderen Wanderung - "schweißtreibende Wanderung, Dauer 4 Stunden, es wird empfohlen, 1 l Flüssigkeit mitzunehmen", das halte ich persönlich für gefährlich. Aber gut, lassen wir das, wir sind ohnehin weitaus besser ausgerüstet.

Den Beginn der Wanderung kennen wir ja schon, nur haben wir uns vor wenigen Tagen dann total verfranst und sind über die großen Felsblöcke geklettert, statt einen Wanderweg zu gehen.

Heute wollen wir es anders machen, was aber nicht einfach ist. Ich habe den Wanderführer in der Hand, lese Zeile für Zeile, wir halten uns strikt daran - und landen wieder falsch, nämlich am schon falsch gegangenen "Weg", den Felsblöcken :evil:

Also wieder retour. Ein Pärchen älteren Datums kommt uns entgegen, von einem Weg, den wir bis dahin nicht gesehen haben. Sie sind Deutsche und erklären uns, wir müssen dort gehen, wo sie herkommen, allerdings gingen sie nur ein Stück des Weges, weil es der Frau zu anstrengend war. Sie ist auch knallrot im Gesicht. Kunststück :!: Was sie bei dieser Hitze an hat, ist ja nicht mehr normal... Pullover, lange Hose, über dem Pulloser eine ärmellose Thermojacke. Ich habe den Bikini an und der ist mir noch zu heiß...

Wir gehen durch zwei Tore durch und entdecken tatsächlich einen Wanderweg, den wir bisher nicht kannten. Weshalb wir uns beim letzten Mal verstiegen haben, ist uns jetzt klar: Wir sind in den falschen Barranco gegangen...

Ok, jetzt sind wir richtig, der Weg wird schmäler und zeitweise müssen wir uns durch ein wenig Dickicht schlagen, dann wieder über ein paar Steine klettern, aber es ist nicht annähernd so eine Kletterei wie vor wenigen Tagen.

Temperaturmäßig sind wir gegen 13 Uhr bei 32.3° C, im Schatten, versteht sich.

Die Blicke zurück ins Tal sind atemberaubend, aber was noch vor uns liegt, raubt mir den letzten Atem :lol:

Wir müssen nämlich linkerhand (westwärts) eine Steilwand hoch, sie ist durch Steinmännchen markiert. In Serpentinen geht es aufwärts, die Bodenbeschaffenheit besteht großteils aus Geröll.

                                     


Ein kurzer Blick zurück ins Tal – es ist wunderschön :D


Endlich sind wir am Bergrücken angekommen und von hier aus gehen wir im Uhrzeigersinn um die Bergkuppe, die zu unserer Rechten liegt.


Um 14:00 ist Picknick angesagt. Wir verspeisen einen Teil unseres Mitgebrachten und dann geht's weiter.

Wir gehen bis zu einer fast nicht erkennbaren Wegkreuzung. Nicht erkennbar deswegen, weil es in dieser Gegend Dutzende Steinmännchen gibt und in den diversen Wanderführern steht, man solle sich immer nach den Steinmännchen richten. Sehr witzig :evil: Vor uns Steinmännchen, rechts und links ebenfalls.... :kratzen:

Nach ein wenig Sucherei gehen wir den linken Weg und können nach einiger Zeit gut in den Barranco de Charmorgiscan sehen. Genau gegenüber steht der große Antennenschirm. Das ist jener Antennenschirm, den wir auch schon auf der Fahrt auf der GC 604, dieser unsealed road, bereits gesehen haben.

unter uns der Barranco de Charmorgiscan

Wir müssen an der Westflanke der Bergkette entlang gehen. Oh Gott :shock: Worauf haben wir uns da eingelassen :?: :lol:

Das ist ein ganz schmales Pfädchen, rechterhand geht es steil bergauf.

Es wachsen ein paar ausgedörrte Pflanzen, denen schon beim Ansehen ein Ästchen abbricht, linkerhand geht es ganz steil bergab. So steil, dass wir im Falle des Ausrutschens keinerlei Halt hätten.

Ich möchte unter diesen Bedingungen keinen Fotoapparat in der Hand haben, auch möchte ich nicht, dass Michi weiter mit dem Manfrotto und dem Camcorder unterwegs ist. Wir packen alles in unsere Rucksäcke und tasten uns dann langsam vorwärts.

Der Pfad, den wir zurücklegen müssen, ist zwar nicht allzu lang, ca. 200 m ungefähr, aber bei diesem Schwierigkeitsgrad kommt es mir ewig vor, bis wir endlich wieder ebenes Gelände unter den Füßen haben.

Kurz darauf sind wir am Hochplateau, von wo aus wir eine herrliche Sicht haben.


Wir umrunden anschließend den Bergrücken, indem wir durch einen lichten Pinienwald gehen, der sich mit niedrig wachsenden Büschen abwechselt.

Links sehen wir in den Barranco de Palmito und nach kurzer Zeit sind wir, nachdem wir diesen Rundweg vollendet haben, wieder auf der uns schon vom Aufstieg bekannten Stelle.

Ab nun geht es teilweise steil bergab, größere Steine sind zu überwinden. Die Sonne brennt vom Himmel, es hat fast 33° C. Plötzlich verschwindet die Sonne hinter dunklen Wolken - und wir mitten in den Bergen. Wir sehen direkt auf Maspalomas, erkennen auch die Dünen, aber der Himmel über Maspalomas hat auch eine eigenartige Farbe, eine Mischung zwischen blau und dunkelgrau. Bedeutet das Schlechtwetter :?: Eigentlich schüttet es erfahrungsgemäß nur an unserem Abflugtag, aber es könnte ja auch mal eine Ausnahme gemacht werden.

Wir lassen uns nicht irritieren und setzen langsam aber sicher unseren Weg ins Tal fort. Schon lange haben wir wieder Manfrotto & Co. aus dem Rucksack geangelt und filmen und fotografieren wie die Bösen.

Um 17:00 Uhr sind wir beim Auto, tauschen unsere Wanderschuhe gegen Sandalen und fahren nach Ayagaures. In der dortigen Bar wollen wir uns einen Espresso gönnen, was aber wegen des Sperrtages nicht möglich ist.

Erst kurz vor Maspalomas finden wir in eine Bar, um den nötigen Kaffee zu ergattern. Von dort fahren wir auf der GC 60 über Fataga nach Sta. Lucía.

Dank der (rasanten :wink:) Fahrweise schaffe ich es gerade noch, rechtzeitig in der Finca einzutreffen, sodass wir uns noch eine halbe Stunde an den Pool legen können. Michi beginnt mit den ersten Aufzeichnungen, wir diskutieren, beratschlagen. Unser Auswanderungsplan ist natürlich immer noch ein wildes Durcheinander, aber das kann ich erst schlichten, wenn ich es mal in ein Word oder Excel bringe, was nach der Rückkehr nach Linz sein wird. – Ich glaube, es gelingt mir immer noch ganz gut, dieses Spiel zu spielen :lol:

Eines weiß ich ganz genau: Spätestens, wenn wir im Flieger nach Linz sitzen, ist das Thema „auswandern“ abgeschlossen und die Show ist vorbei. Aber trotzdem: Es ist lustig :lachroll:

Zum Abendessen gibt es bacon & eggs & cheese, auf gut deutsch: Resteverwertung.

Anschließend wieder Überlegungen zu unseren Plänen und um 1:30 Uhr gehen wir ins Bett.

 

Kilometerstand am Ende des Tages: 29.933



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Re: Gran Canaria - September 2005 - 2 Wochen
« Antwort #38 am: 12.10.2008, 16:18 Uhr »

Dienstag, 27. 9. 2005:

Um 6:45 Uhr holt mich das Handy aus meinem seichten Schlaf, ich bin nämlich schon seit kurz nach 6:00 Uhr munter. Das nennt man meines Wissens "senile Bettflucht" :lol:

Ich gehe ins Bad, anschließend hinunter in die Küche und beginne, wie üblich, mit dem Herrichten unseres Frühstücks.

Dann höre ich Gepoltere - ja klar - Die Straßenarbeiter haben ihren Dienst begonnen. Kurz darauf taucht Michi auf, der es gut findet, dass die Straßenarbeiter ihre Arbeit beginnen und wir auf Urlaub sind – noch :cry: Denn morgen ist Abreisetag :heulend:

Heute haben wir einen Termin. Einen Termin mit S, die gegen 9 Uhr bei uns sein möchte. Die höhere Leiter braucht sie, weil sie mit ihrer 3-stufigen Leiter die weiter oben stehenden Blumen nur mit Müh und Not gießen und pflegen kann.

Wenn ich shoppen wenigstens lieben würde... :evil:

S. ist pünktlich und sie verrät mir auch, dass sie das erste Mal seit drei Monaten ihren Wecker gestellt hat.

Sie begutachtet unsere Finca, die ihr S. damals wegen unserer Anwesenheit nicht zeigen wollte. S. ist vollauf begeistert, meint, sie ist die Schönste von allen vier Objekten auf diesem Areal.

Gegen 10 Uhr fahren wir los und zwar über Agüimes und dann auf der GC 1 nach Telde. Dort steht ein Bauhaus, es heißt "Merlin".

Oh Mann...  Ist der Merlin vielleicht groß :shock: Michi und ich kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus, sind wir doch nur die Bauhäuser von Linz gewohnt und die sind mit diesem verglichen winzig klein.

S. sieht eine geeignete Leiter und gemeinsam tragen wir die Leiter zu zweit durch den Merlin. Michi ist mit dem Baumarkt beschäftigt  Sein Wunsch ist, dass ich ihn mal einen ganzen ( :!: ) Tag dort drinnen lasse, mit Kreditkarte selbstverständlich :lol:  Sonst noch Wünsche :?:

Dann fällt S. ein, sie möchte noch ein kleines Wägelchen auf Rädern mit vier Körben für ihre Küche. In diesem Wägelchen möchte sie das frisch gekaufte Obst unterbringen.

Also machen wir uns auf die Suche und werden auch fündig.

Wir verlassen den Merlin und verstauen die lange Leiter in unserem Jeep. Kein ganz leichtes Unterfangen, aber wozu hat der Jeep das hintere "Fenster" zum Rauszippen :?:

S. möchte uns zum Essen einladen, in ein vegetarisches Restaurant :evil: Wir fahren also nach Vecindario, Sie geht schnurstracks auf das Restaurant zu - das Eisentor ist geschlossen, aber nicht versperrt, die innere Glastür steht offen. S. geht einfach hinein und ruft nach K. Im Restaurant selbst ist es sehr dunkel, es brennt kein Licht, aber K. erscheint nach kurzer Zeit. S. fragt K., was los ist und K. eröffnet ihr, sie habe das Lokal zugesperrt, es mache keinen Sinn mehr.
S. fällt aus allen Wolken, zumal sie gerade letzte Woche bei K. sehr gut gegessen und K. ihr kein Sterbenswörtchen über ein eventuelles Zusperren erzählt hat.

K. erklärte S., sie habe das Lokal seit nunmehr 2,5 Jahren und sie habe bisher nie Gewinn daraus gemacht, sondern nur Monat für Monat die Miete bezahlt, ständig die frischesten Zutaten für ihre Speisen gekauft, nicht biologisch, sondern ökologisch, wie sie betont, aber die hiesige Bevölkerung weiß vegetarische Kost einfach nicht zu schätzen.

Nach einem längeren Vortrag von K. zur vegetarischen Kost können wir uns endlich verabschieden (ihr Dozenten-Vortrag ging uns allmählich auf den Geist) und wir fahren weiter.

S. weiß ein gutes Fischrestaurant in Vecindario, also fahren wir dorthin. Aber..... Das Fischrestaurant hat gerade heute Sperrtag :lol:

Langsam verzweifelt S. und macht den Vorschlag, wir fahren nach Sta. Lucía und essen im Mirador.

Bitte schön.... Also fahre ich nach Sta. Lucía, dorthin müssen wir ja ohnehin früher oder später.

Wenigstens das Mirador hat geöffnet. Hier essen wir Fisch und Salat, was uns sehr gut schmeckt.

Anschließend fahren wir zu S. nach Hause, laden alles aus und fahren dann - ohne S. - zu unserer Finca.
Nachdem wir den Flüssigkeitsverlust wieder etwas ausgeglichen haben, machen sich Michi und ich zu Fuß auf den Weg, um Sta. Lucía zu erkunden. Wir gehen zuerst zu unserer Gemischtwarenhändlerin, weil wir meinen, sie hätte gestern Briefmarken bekommen, doch es ist nicht der Fall, es scheint sich um ein Missverständnis zu handeln. Demnach können wir morgen mangels anderer Zeit nur mehr am Airport die Briefmarken erwerben. Auch gut.

Wir verabschieden uns von der Besitzerin, die - wie immer - meint "hasta mañana". Nix da mit "mañana", mañana ist Abreise, mehr leider nicht. Als ich ihr das erkläre, umarmt sie uns zum Abschied, wir bekommen auf jede Wange ein Küsschen. Wir versprechen, dass wir wieder kommen. Bleibt nur die Frage offen, wann...

Anschließend gehen wir den Hügel hinauf, dann wieder hinunter, kommen in wild-verwachsene Gegenden, bemerken: Ruhe pur. Ich schieße ein paar Fotos und kurz nach 18:00 Uhr sind wir wieder in der Finca.







Mit ein wenig Eis lassen wir uns beim Pool nieder, dann gehen unsere Überlegungen weiter und sie werden immer konkreter (und meine Schauspielkunst ist wohl bald am Ende :lol: )

Der Hausmeister kommt, überreicht uns drei Kakteen und wir sind einigermaßen verblüfft. Bekommen wir die Kakteen, weil wir die Baustelle vor unserem Schlafzimmer so ziemlich mir nichts, dir nichts akzeptiert haben :?: Möglich, erfahren werden wir es nie.

Es wird uns zu kalt, denn die Sonne ist gerade hinter den Bergen verschwunden. Wir gehen ins Haus und ich mache mich über das, wovor ich mich schon die ganze Zeit drücke - ich packe unsere Koffer.

Anschließend - als Abendessen - gibt es wieder Resteverwertung. Die Fenster und die Balkontüre stehen offen, die kanarischen Hunde heulen und bellen fast jede Stunde. So sehr ich auch Hunde fürchte, eines weiß ich - ihr Gebelle und Geheule wird mir in Linz abgehen.

Mittlerweile ist es 23:50 Uhr, Michi blättert in Unterlagen, die in der Finca schon die ganze Zeit liegen (Wanderwege etc.) und aus unerfindlichen Gründen bin ich müde.

Morgen müssen wir wiederum früh aufstehen, da wir die Finca und auch Gran Canaria verlassen müssen :heulend: :heulend:

 
Kilometerstand am Ende des Tages: 29.997





Viele Grüße,
Angie

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Re: Gran Canaria - September 2005 - 2 Wochen
« Antwort #39 am: 13.10.2008, 13:09 Uhr »

Mittwoch, 28. 9. 2005:

Sicherheitshalber haben wir das Handy zum Wecken eingeschaltet, aber das ist nicht nötig, wir lassen uns von den Straßenarbeitern wecken.

Da unser Flug erst um 14:00 geht, haben wir jede Menge Zeit und entsprechend gemütlich beginnen wir den Tag. Unser Frühstück dauert ungewöhnlich lange, aber gegen 10 Uhr beginnen wir langsam, aber sicher, mit dem Verladen unseres Gepäcks.

Wobei: Verladen ist wohl nicht der richtige Ausdruck. Unser Jeep steht ja zwei Straßen weiter unten, die Straße, an der unsere Finca steht, ist immer noch aufgerissen und wir möchten unsere Rollenkoffer nicht darüber rollen. Also tragen wir zu zweit je einen Koffer, sehr zur Belustigung der Straßenarbeiter. Einer von ihnen bietet uns sogar an, zu helfen, aber wir lehnen dankend ab. Was soll's, wir gehen halt mehrfach zum Jeep und wieder retour zur Finca, später sitzen wir ohnehin die ganze Zeit im Flieger, da schadet vorher Füße vertreten ohnehin nicht.

Endlich haben wir alle Sachen im Jeep untergebracht und gemütlich fahren wir über Agüimes zum Flughafen.

Dort beginnt das, worauf wir schon gewartet haben, nämlich die vergebliche Suche nach einem Parkplatz für unser Auto. Ich fahre jeden der Parkplätze einzeln ab, nichts, keine einzige Lücke. Ja, ins Halteverbot könnte ich den Jeep stellen, doch das will ich auch nicht unbedingt.

Schließlich finde ich einen Parkplatz, wo man 4 Stunden lang parken kann. Na, in dieser Zeit werden es die Leute von der Autovermietfirma wohl geschafft haben, den Jeep zu orten.

Beim Betreten des Airports suchen wir uns als Erstes das Postamt und endlich kann ich - sozusagen 5 vor 12 - die Ansichtskarten abschicken.

Als Zweites suchen wir uns den Thomas Cook-Schalter. Der Lady erkläre ich, wo der Jeep zu finden sei, sie meint, es werde sich gleich jemand darum kümmern.

Puhhh, ist das heiß hier :!: Wir sind froh, dass wir in kurzen Hosen von Sta. Lucía abgefahren sind und ich die Jeans in unsere Rucksäcke gegeben haben.

Wir genehmigen uns eine eiskalte Cola light und anschließend tauschen wir unsere kurzen Hosen - auf der Toilette natürlich  wo auch sonst   - gegen die langen Jeans aus.

Bording time ist um 13:30 Uhr, wir belegen die Sitze 28 A und 28 B auf der rechten Seite. Unsere Flugnummer ist AUA 9202.

Start ist kurz vor 14 Uhr, also sehr pünktlich. Die Airhostessen haben sich endlich auch gesetzt und so kann ich in Ruhe den Camcorder hervorholen, um die für diesen Urlaub letzten Szenen aus der Luft auf Band zu bringen.

Nach ca. 1 Stunde bekommen wir das Essen geliefert, wir entscheiden uns für das Hähnchen, was sehr gut schmeckt.

... und die ganze Zeit feilen wir an unseren Plänen weiter, machen Notizen, überlegen, was es alles zu beachten gibt :lachroll:

Über eines bin ich mir nicht im Klaren: Michi tut wirklich so, als meine er es ernst mit dem Auswandern, ich hingegen nehme ihn überhaupt nicht ernst, denn er ist in erster Linie mit der Firma verheiratet.

Naja, lassen wir ihn den ersten Tag nach dem Urlaub in die Firma gehen und wieder nach Hause kommen, dann findet er schon wieder in die Realität zurück. Trotzdem: Das Spiel „auswandern“ ist nach wie vor lustig :lachroll:

Kurz vor der Landung in Linz bekommen wir noch ein zähes Brötchen mit Schinken und Käse, wobei für mich nur der Inhalt genießbar ist.

Wettermäßig werden wir mit ungewöhnlich "warmen" Temperaturen empfangen und es regnet ausnahmsweise nicht.

Ich stelle mich in die Nähe des Kofferbandes, gegenüber grüßt mich eine Frau in ungefähr meinem Alter sehr freundlich. Von irgendwoher kenne ich sie, aber von wo :think: Sie sieht jedenfalls nicht gerade so aus, als käme sie vom Urlaub, sie sieht krank aus. Vorsichtshalber grüße ich zurück und weiß immer noch nicht, wohin ich ihr Gesicht stecken soll. Naja, egal, ist im Moment nicht wichtig.

Schon nach kurzer Zeit kommen unsere beiden Koffer, wir besteigen damit ein Taxi und ab geht es nach Hause.

Nach Hause :?:  :kratzen: :kratzen:

Blitzartig fällt mir etwas auf, was mir auf Gran Canaria eigentlich nie aufgefallen ist...

Wir sprachen auf Gran Canaria fast jeden Tag von "wir fahren nach Hause" und meinten damit die Finca, also nicht unser Haus in Linz...

Es ist seltsam, wir, besser gesagt ich, spielen „auswandern“, Michi mit einer Überzeugung, dass man glauben könnte, er meint es wirklich so und für Sekunden bin ich am Überlegen, ob das Ganze sogar Realität werden kann, verwerfe diese Gedanken aber gleich wieder.

Nun ja, die Zukunft wird es zeigen…

Der wunderschöne Urlaub ist somit zu Ende.

Jene von euch, die wissen möchten, wie das Spiel "auswandern" weitergegangen ist, können hier weiterlesen.

Viel Spaß :!: :wink:









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Angie

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Re: Gran Canaria - September 2005 - 2 Wochen
« Antwort #40 am: 14.10.2008, 15:54 Uhr »
Vielen Dank für diesen tollen Bericht, Angie.
Das Lesen hat unglaublich Spaß gemacht und die Bilder machen Lust auf mehr.
Ich denke, Gran Canaria wird sicher eines unserer nächsten Urlaubsziele werden... schließlich wird es von Condor direkt ab Leipzig angeflogen :wink:
Viele Grüße,
Andreas
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Re: Gran Canaria - September 2005 - 2 Wochen
« Antwort #41 am: 14.10.2008, 16:14 Uhr »

Hallo Andreas,

schön, dass dir der Bericht gefallen hat :D
Wenn Condor direkt ab Leipzig fliegt, ist es fast ein Muss für euch, einen der nächsten Urlaube auf "unserer" Insel zu verbringen. Wäre jedenfalls ganz toll :abklatsch:

Viele Grüße,
Angie

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Re: Gran Canaria - September 2005 - 2 Wochen
« Antwort #42 am: 14.10.2008, 19:18 Uhr »

Hallo Andreas,

schön, dass dir der Bericht gefallen hat :D
Wenn Condor direkt ab Leipzig fliegt, ist es fast ein Muss für euch, einen der nächsten Urlaube auf "unserer" Insel zu verbringen. Wäre jedenfalls ganz toll :abklatsch:


Ich habe die Fliegenpreise schon immer fest im Blick  :wink:
Nächsten Herbst wäre eine Gelegenheit, nun müßte ich nur noch die Familie davon überzeugen...  8)
Viele Grüße,
Andreas
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Re: Gran Canaria - September 2005 - 2 Wochen
« Antwort #43 am: 14.10.2008, 21:19 Uhr »
Hallo Angie!

Vielen Dank für deinen Reisebericht!!!  :daumen:

Gran Canaria muß ich mir nochmal richtig angucken.  :oops:
Viele Grüße
Utah



Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl unserer Atemzüge, sondern an den Orten und Momenten, die uns den Atem rauben.

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Re: Gran Canaria - September 2005 - 2 Wochen
« Antwort #44 am: 14.10.2008, 22:23 Uhr »
Ich habe die Fliegenpreise schon immer fest im Blick  :wink:
Nächsten Herbst wäre eine Gelegenheit, nun müßte ich nur noch die Familie davon überzeugen...  8)

Warum habe ich das Gefühl, dass "die Familie überzeugen" gar nicht so schwer sein wird :?: :wink: Wir fänden es echt klasse :!: :!:


Gran Canaria muß ich mir nochmal richtig angucken.  :oops:

Lass' dich nur nicht abhalten :D Aber denk' daran, von Mitte April bis Ende Mai sind wir auf anderen Inseln :wink:

Viele Grüße,
Angie

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