Island / Grönland Tour

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*Soulfinger

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Re: Island / Grönland Tour
« Antwort #30 am: 23.07.2013, 14:45 Uhr »
und dann sehen wir doch noch die ersten Vertreter unseres gefiederten isländischen Primärwunschfotomotivs:



Die Viecher sind eine Delikatesse in Island. Hab da mal einen Bericht drüber gesehen. Die werden auf traditionelle Weise mit einem überdimensionalen Kescher gefangen.

Ich hoffe ja schwer, dass du diese Delikatesse probieren konntest http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A1karl
Man sagt, es war nur der in Island, der Hakarl probiert hat  :lol:
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*Anti

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Re: Island / Grönland Tour
« Antwort #31 am: 23.07.2013, 14:48 Uhr »
Wer in einem USA-Forum über den Vulkanausbruch liest, denkt zuallererst an die vielen ausgefallenen Flüge, die Urlaube, die deshalb nicht stattfanden oder auch unfreiwillig verlängert wurden. Zumindest geht es mir so  :oops: Aber klar, auch wenn Island dünn besiedelt ist, sind doch Menschen und Tiere in direkter Gefahr gewesen und haben vermutlich auch einige Verluste hinnehmen müssen. Den von dir beschriebenen Film hätte ich mir ganz sicher auch angesehen. Zum Glück sind wir in Deutschland noch gut dran mit den Naturkatastrophen - abgesehen vom Hochwasser (auch das war schlimm!) gibt´s da ja nicht viel.

*nypete

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Re: Island / Grönland Tour
« Antwort #32 am: 23.07.2013, 15:02 Uhr »
Die Viecher sind eine Delikatesse in Island.

Der Isländer geht mit dem Gewehr zum fischen, um neben dem Fisch noch schnell einige Puffins mitzubringen.
Die Dinger sind wirklich nicht schlecht.

Ich fand es auch sehr interessant, dass die Isländer selbst kleinst Beträge im Laden mit der CC bezahlt haben. War gewöhnungsbedürftig.
Gruß nypete



Der neue Tauchspot: https://boavistawatersports.com

*lurvig

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Re: Island / Grönland Tour
« Antwort #33 am: 23.07.2013, 22:59 Uhr »
Gut, dass ihr nicht zeltet. Denn dann ist das Durchgeweichtsein ein echtes Problem. Alles ist nass, trocknet kaum und man friert, die Stimmung sinkt auf den Nullpunkt. Habe ich schon selbst (allerdings an der deutschen Ostsee) so erlebt. Ein Grund für mich, Island nicht oder nicht ausschließlich mit dem Zelt zu bereisen. Obwohl: Schottland mit Zelt fand ich auch genial... :kratzen:

ich werde dann Anfang September mal kurz berichten, wie sich Island im Zelt anfühlt. Nass vermutlich. Sehr nass.
Und genau... Schottland mit Zelt fand ich auch gut. Trotz Regen. Die negativen Dinge vergisst man zum Glück schnell ;)

Lurvig

*Kirkesgaard

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Re: Island / Grönland Tour
« Antwort #34 am: 24.07.2013, 10:08 Uhr »
und weiter geht's. Wir verbringen eine ruhige Nacht und schlafen wieder gut (die brummende Maschine schaltete sich rechtzeitig um 20 Uhr ab - man hatte uns aber auch angeboten das Zimmer zu tauschen). Blick zum Fenster raus verspricht nix gutes. Nebel, Wolken, es sieht aus als ob es noch regnet. Also erst mal gemütlich zum Frühstück. Der Tag sollte aber zum genauen Gegenstück von gestern werden (mit Sonne angefangen, dann total eingeregnet - heute gehts nur bergauf und für uns wars einer der schönsten Tage auf dieser Runde - auch dank Flicka).

Beim Auschecken betreut uns schon wieder die sehr freundliche Rezeptionistin von gestern abend. Wow, was Arbeitszeiten. Es hat aufgehört zu regnen. Geht doch. wir schauen uns noch die Kirche im Ort ein und die Überbleibsel vom alten Kloster (nicht mehr viel übrig) und spazieren dann noch zum Kirchenboden, wieder eine Gesteinsformation wie wir sie bereits gestern am Kap gesehen haben:


Auch ein Wasserfall darf nicht fehlen ... der morgen sieht doch schon wieder zauberhafter aus :)


Gut gelaunt machen wir uns auf den Weg und halten hier und da um ein bisschen zu schauen und kleinere Spaziergänge zu machen.


Wir haben erste Ausblicke auf das Skaftafell Gebiet:




Aber unser erstes richtiges Tagesziel ist Ingolfshöfdi. Ich hatte in Flickas Reisebericht von der Tour zum vorgelagerten Felsen mit zahlreichen Vögeln zum Beobachten gelesen und hab es prompt auf unsere Liste von möglichen Aktivitäten gesetzt. Und da das Wetter heute mitspielt haben wir entschieden rechtzeitig am Ausgangspunkt zu sein, um die Tour heute mitzumachen. Wenn ich mich richtig erinnere gehts um Punkt 12 Uhr los (eine Tour pro Tag normalerweise, mit Ausnahme der Spezialtouren für Profifotografen und solche die sch eine besondere Tour gönnen wollen - diese Spezialtouren gehen allerdings sehr früh um kurz vor sechs oder sehr spät um kurz vor 20 Uhr los). Wir machen die "normale" Tour, zusammen mit etwa 20 anderen Teilnehmern.



Direkt von der N1 zweigt ein kleiner Weg ab und führt zum Startpunkt. Hier kaufen wir die Tickets, ziehen uns an und gehen nochmal aus Klo.



Pünktlich besteigen wir unseren Heuwagen und werden von unserer Führerin begrüsst mit den Worten: "We have a bit off a breeze today, so don't worry about your hair - everyone has a bad hairday today". Dann setzt sie sich in den Trecker, fährt durch einen Priel und dann gehts über den langen Sandstrand zur Klippe. Sie hatte uns vorgewarnt, durch den Wind haben wir heute einen ordentlichen Sandsturm und wir sollen Fotoapparate sicher verstauen.
Nach der kurzen Überfahrt halten wir am Fuss der Klippe und es geht erst einmal rauf. Das bringt den einen oder anderen ein wenig ins Schnaufen und wir schaffen es mit vereinten Kräften, zu verhindern, das ein älterer Herr sich die Schädeldecke umformt. Er war forsch nach oben gesprintet, kippte dann auf einmal hinten über und wäre, wenn die Leute hinter ihm nicht aufgepasst hätten mit dem Hinterkopf auf einen Stein geknallt. Aber so kommen wir alle heil oben an und geniessen erst einmal die Aussicht.



Danach erfolgt die Einweisung: Zusammenbleiben, in Reihe bleiben, aufpassen an den Klippen und in Summe eigentlich alles Dinge für gesunden Menschenverstand, zum eigenen Schutz und zum Schutz der Natur. Sie erzählt auch von den Raubmöwen und macht das schön unterhaltsam und farbenfroh. Die Möwe würde sich das höchste und einfachste Ziel aussuchen. Sie gestaltete das so aus, dass es im Wesentlichen so klang, als ob man, wenn man von der Gruppe getrennt wird, quasi verloren ist und in Stücke gehackt wird :). Wir sprechen von folgendem "Monster" :)



Auf jeden Fall hat die Story Erfolg. Die Gruppe bleibt relativ zusammen und passt auf. Im Fall einer jungen Französin hat sie sogar soviel Erfolg, dass sie vor lauter Panik fast keinen Spass bei der Tour hat. Also für nachfolgende Reisende: Es ist nicht so schlimm :) Die Raubmöwen fliegen die Gruppe zum Teil tatsächlich an. Meistens vergnügt sie sich mit den Stöcken der Führerin, manchmal flog sie auch uns an und mit einem Wedeln der Arme drehte sie dann auch wieder ab.

Wir machen uns auf die Runde ums Kap. Ausser zahlreichen Vögeln leben hier auch noch ein paar, wie könnte es anders sein, Schafe:



Wir machen uns zunächst auf den Weg zur Schützhütte, wo wir noch ein bisschen Hintergrund erzählt bekommen. Die Schutzhütte wurde nach einem Schiffsunglück errichtet, als die Überlebenden sich auf diese Klippe retteten aber dann fast umkamen (ich glaube es gab auch Tote) als sie den Kräften der winterlichen Natur schutzlos ausgeliefert waren. Mit Mühe gelang es ein paar Seeleuten Hilfe für die anderen zu finden, aber es gab zahlreiche Erfrierungen ... Auch erzählt sie von den Nutzungsrechten für die lokalen Bauern auf der Klippe. Zum einen als Weide für die Schafe, zum anderen für die Jagd und die Eier-Ernte. Ich hab vergessen von welchem Vogel die Eier gesammelt werden (sie sind leicht bläulich und neigen wohl zum Stinken). Der Vogel legt danach direkt neue Eier und es gibt keinen Schaden für die Population. Auch Puffins werden bejagt. Allerdings nicht mit dem Gewehr, sondern tatsächlich mit dem Netz. In ihren Worten, man müsste schon ein ziemlicher Scharfschütze sein um die Viecher zu erschiessen und es wäre eine ziemliche Munitionsverschwendung. In den letzten drei oder vier Jahren wurden Puffins hier allerdings nicht bejagt, da die Population zu niedrig ist (weniger wegen der Jagd, als wegen geringerer Fischbestände - aber man will sie nicht noch weiter senken). Nach diesem "theoretischen" Teil geht es wieder in den Wind, der ordentlich über die Klippe pustet.





Die Puffins wohnen in kleine Höhlen und stürzen sich zum Teil mehr oder weniger direkt vor unseren Füssen zur Jagd von der Klippe.



An manchen Stellen muss man ein bisschen aufpassen, ich hab zweimal die Führerin im Arm, weil sie eine Böhe unerwartet erwicht und auch der eine oder andere kämpft ein bisschen. Aber es ist wirklich toll und beeindruckend. an hat immer wieder schöne Blicke auf die Klippen, auf das Meer, die Wiesen und die Vögel.





Am Leuchtturm geht es vorbei ...





.. zur alten Dame des Kliffs:



Sie und die Führerin kennen sich wohl schon seit über zehn Jahren und sie ist völlig tiefenentspannt und bleibt einfach auf ihrem Nest sitzen. die meisten anderen Möwen steigen erst einmal auf und schauen ob sie picken und hacken müssen, bevor sie sich wieder aufs Nest setzen. Aber ich glaube mit den täglichen Touren, haben sich doch die meisten ein Stück weit an die Zweibeiner gewöhnt.

Bevors wieder die Klippe runter geht kriegen wir noch einen Blick auf den gegenüberliegenden Berg und Gletscher



Runter zus gehts schnell. Die etwas abenteuerlustigen rennen mit der Führerin runter, die anderen folgen etwas gemütlicher. Aber runter kommen sie alle :) und dann gehts zurück über den langen Strand.

Es ist ein wirklich toller Ausflug, sowohl landschaftlich aber vor allem auch um die Vögel zu sehen. Dazu die witzige Trekkerfahrt im Anhänger - wir fandens einfach super. Danke Flicka! Wenn man die Zeit hat, ist das für mich eine absolute Empfehlung (rund drei Stunden muss man einplanen und die Anfahrt so timen, dass man rechtzeitig da ist.





*Kirkesgaard

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Re: Island / Grönland Tour
« Antwort #35 am: 24.07.2013, 13:22 Uhr »
nach unserer tollen Vogelfelsentour gehts erst mal ein Stückchen zurück auf der N1 Ringstrasse zu den Gletschern vom Skaftafell Nationalpark.



Wir schauen uns ein bisschen im Visitor Center um und beschliessen dann einen kurzen Spaziergang zu einem Nebengletscher zu machen, da wir heute noch ein Stückchen in Richtung Höfn fahren müssen und auch noch ein weiteres kleines Highlight auf uns wartet.





Der Gletscher mit seinen bizarren Formen und Farben ist schon beeindruckend. Er kalbt am Ende in einen kleinen schmutzig braunen Gletschersee und fliesst dann schliesslich ins Meer.



Wir klettern so ne knappe Stunde hier herum, bevor wir uns dann wieder auf den Weg nach Osten machen.



Unser nächstes Etappenziel heisst Jökulsárlón, zu deutsch wohl so viel wie Gletscherflusslagune oder auch Eisberglagune genannt. Es gibt eine Reihe solcher Seen, aber dieser hier ist der bekannteste. Mehr oder weniger direkt an der N1 gelegen ist er auch bequem zu erreichen, und man muss einfach anhalten. Wir haben an drei verschiedenen Stellen gehalten und geschaut. Immer wieder andere Perspektiven, andere Einblicke und ich stand schon ein bisschen sprachlos da und habe es einfach genossen. Eine Mitreisende meinte später: Es war beinahe kitschig, aber soooo schön. Ich finde gut zusammengefasst, und ich versuche es mal mit einem Panorama zum Einstimmen ( ich hoffe es zerschiesst das Format nicht zu sehr):



In der Abendlichen Stimmung wirken die Eisberge irgendwie noch mystischer, noch surrealer, noch erhabener. Ich weiss nicht, wie ich das besser beschreiben soll, aber wir waren einfach tief beeindruckt und haben es genossen.







Es gibt verschiedene Bootstouranbieter, entweder mit dem Schlauchboot oder mit einem Amphibienfahrzeug. Wir schauen es uns vom Ufer an und überlegen ob wir eventl morgen früh nochmal vorbeischauen, bei anderen Lichtverhältnissen (was wir dann zugunsten der Ostfjorde und Egilstadir nicht mehr gemacht haben). Aber es ist auch vom Land aus einfach schön



Ausser den Zweibeinern und den Zodiacs teilen wir die Lagune aber auch mit weiteren netten Gesellen:







Ich hoffe ein bisschen Atmosphäre kommt rüber. Wir waren auf jeden Fall begeistert. Vor ein paar Jahren wurde hier auch mal ein Bond Film gedreht. Ein toller Tag kriegt nochmal einen Glanzpunkt und der Regen von gestern ist nur noch eine blasse Erinnerung :)

Schliesslich müssen wir uns doch losreissen, wir haben noch etwa ne halbe Stunde bis zu unserem Hof kurz vor Höfn. Wir kommen auch irgendwann kurz nach 19 Uhr dort an und werden auch direkt von den Eigentümern begrüsst - und direkt im Anschluss auch stürmisch von ihrem jungen Labrador. Nachdem er gemerkt hat, dass wir mit ihm Schmusen sind wir direkt Freunde und er schaut danach auch immer mal wieder nach uns. Foto reiche ich morgen nach. Auf dem Hof gibts auch allerlei andere Tiere:





Dazu noch Schafe, Ziegen, und Hühner. Vor dem Abendessen können wir also noch einen schönen kleinen Spaziergang in der Abendsonne machen. Abendessen können wir gleich auf dem Hof. Heute würde es Fisch geben sagt die Eigentümerin, worauf ich dann sage, kein Problem ich würde dann nur die Suppe essen (meine Frau liebt Fisch). Aber sie denkt kurz nach und sagt dann, sie kriegt schon was hin .. und das hat sie dann auch. War lecker und sehr gemütllich entspannt. Ein nettes kleines Gehöft mit netten Zimmern. Einzige Einschränkung ist das Gemeinschaftsbad / - klo. Man sollte also nicht bis zur letzten Minute warten :) Es war aber die einzige Unterkunft auf unserer Runde, die kein eigenes Bad hatte. Aber dafür hatte man den "Zoo" :)

*Anti

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Re: Island / Grönland Tour
« Antwort #36 am: 24.07.2013, 13:32 Uhr »
Ich will unbedingt auch mal einen Gletscher und/oder Eisberge sehen. Das stelle ich mir tatsächlich unglaublich beeindruckend vor. Vor allem dieses strahlende Türkis ist wie nicht von dieser Welt...

*Kirkesgaard

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Re: Island / Grönland Tour
« Antwort #37 am: 24.07.2013, 13:51 Uhr »
Anti, bei Gletschern kommst du auf Island voll auf deine Kosten, Eisberge haben wir hier die beste Stelle gesehen aber ich kann dir jetzt schon versprechen, dass auf Grönland noch ein kleine Steigerung kommt ... :)

*Flicka

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Re: Island / Grönland Tour
« Antwort #38 am: 24.07.2013, 17:26 Uhr »
Vor allem dieses strahlende Türkis ist wie nicht von dieser Welt...

Ja, dieses "Blue Ice" finde ich auch am schönsten. Bei mir auf der Tour gabs davon nicht so viel.



Es ist ein wirklich toller Ausflug, sowohl landschaftlich aber vor allem auch um die Vögel zu sehen. Dazu die witzige Trekkerfahrt im Anhänger - wir fandens einfach super. Danke Flicka!


Gerne!  :D

Mir gings genauso wie dir, ich fand schon die Fahrt mit dem Trekker ein Erlebnis für sich. Ich weiß gar nicht mehr genau, von wem ich die Idee hatte, obs im Reiseführer war oder auf Tripadvisor oder im Islandreiseforum oder vielleicht doch von hier (von Easy Going)? Auf jeden Fall schließe ich mich hier mal an und sage danke an den unbekannten Ideengeber.



Pünktlich besteigen wir unseren Heuwagen und werden von unserer Führerin begrüsst mit den Worten: "We have a bit off a breeze today, so don't worry about your hair - everyone has a bad hairday today".


Während der langen Fahrten über die Ringstraße hatte ich mich ja mit der Idee beschäftigt, einen Aufkleber zu designen mit dem Spruch "Every day is a bad hair day in Iceland".  :wink: Leider bin ich nach meiner Rückkehr mit meiner Geschäftsidee noch nicht sonderlich weitergekommen.


Jetzt bin ich gespannt, wie es auf eurer Tour weitergeht. Höfn war der östlichste Punkt, an dem ich war.

*Kirkesgaard

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Re: Island / Grönland Tour
« Antwort #39 am: 25.07.2013, 09:23 Uhr »
Moin zusammen,

nach einer wiederum ruhigen Nacht (sämtliche Tiere waren rücksichtsvoll) und anscheinend haben selbst Hähne im Dauerlicht keine gesteigerte Lust zu krähen. Wir schauen erst mal kurz was sich so rund um den Hof tut, misstrauisch beäugt von den Schafen.



Das entgeht auch unserem Freund dem Labrador nicht. In gestrecktem Galopp setzt er über das Cattlegrill der Hofeinfahrt und gesellt uns zu uns um Schafe zu scheuchen. Auch Pferde dürfen natürlich nicht fehlen - die sind auch weniger scheu ...









Nach einer Weile haben wir alle drei genug gesehen und machen uns auf den Weg zum Frühstück. Labrador gönnt sich auch eine Pause und bewacht den Eingang.



Da der Morgen eher bewölkt ist beschliessen wir nicht nochmal nach Jakulsarlon zu fahren, sondern unsere Fahrt nach Egilstadir durch die Ostfjorde zu beginnen. Zunächst geht es erst mal nach Höfn, eine der etwas grösseren Ortschaften an diesem Ende der Insel - will heissen rund 1600 Menschen wohnen hier. Und auch Egilsstadir - unser Tagesziel heute - hat mit 2200 Einwohnern nur unwesentlich mehr.
Dünn besiedelt ist hier Realität. Aber Höfn ist ganz gut ausgestattet. Schule, Krankenhaus, Einkaufszentrum. Wir füllen erst mal unsere Vorräte auf (Skyr - eine Art Quark, Käse, Teilchen ... was man so braucht zum Snacken unterwegs) und bunkern Treibstoff. Danach schauen wir uns noch ein bisschen im Ort und Hafen um ...





... und machen uns dann auf den Weg in die Ostfjorde. Um nach Egilsstadir zu kommen hat man verschiedene Optionen und kann entscheiden wie weit man in den Fjorden bleiben will und wann man dann ein bisschen "cuttet". Wir lassen es auf uns zukommen.



Es wird über weite Teile des Morgens eher mystisch bleiben. Tiefhängende Wolken und ein bisschen Nebel geben ab und ein bisschen Avalon Feeling. Aber es bleibt trocken. Bei Sonne aber sicher nochmal ein anderer Eindruck. Hat aber auch bei diesen Lichtverhältnissen was ...



Kurz nach einem Tunnel bewegt sich oben am Hang etwas - also ranfahren, Fernglas raus, und tatsächlich, ein paar Rentiere. Voller Zoom aus der Hand, nix für die Top 10, aber immerhin ein Beweisfoto


 
Viele kleine Sehenswürdigkeiten wie dieses Denkmal zur Christianisierung



Und sonst einfach viel Natur und schöne Ausblicke, zum Teil ein bisschen durch den Nebel.





Wir können auch unsere Sammlung nicht ganz so beeindruckender Leuchttürme erweitern.



Die erste Möglichkeit nach Egilsstadir durchs Hochland abzukürzen lassen wir aus und bleiben lieber am Wasser. Statt dessen biegen wir spontan mal in eine kleine Ortschaft ab (Djupivogur). Zufällig sehen wir dabei diese Hofeinfahrt.



Es stellt sich als Künstleratelier heraus. Es wird alles mögliche mit Steinen gemacht und es sind ein paar ganz hübsche Sachen dabei (die natürlich allesamt unsere 23 kg total sprengen würden. Aber schauen ist auch interessant.









Der Hofhund ist auch allgegenwärtig und total verspielt. Er schmeisst einem immer wieder die Reste eines Balls vor die Füsse und will dass man ihn schmeisst. Dabei rast er in atemberaubendem Tempo und mit "es passt keine Briefmarke mehr dazwischen" Präzision zwischen den Skulpturen umher.



Ein paar Meter weiter im Hafen gibts noch weitere ungewöhnliche Kunst.



Und um den künstlerischen Charakter des Orts abzurunden, sehen wir, als wir uns einen Kaffee im kleinen Supermarkt holen dieses Mini Torfgehöft in einem Vorgarten



Hübsches kleines Örtchen. Es gibt glaube ich sogar ein Hotel hier, falls jemand in der Ecke einen Zwischenstop einlegen möchte.
Wir lassen im Anschluss auch die nächste Gelegenheit aus abzukürzen und fahren weiter am Wasser entlang.



Wir nehmen zunächst noch den Franzosenfjord mit und haben wieder ein bisschen Glück. Im Hafen liegt das französische Segelschulschiff Etoile und wir können ein bisschen mit der Wache plaudern. Sie sind auf eine Übung im Atlantik (Heimathafen in der Bretagne) und machen hier wegen der französischen Geschichte des Fjords und des Ortes hier halt. Bis heute sind die Strassenschilder auch in französisch.





Und um die Ostfjorde für heute abzurunden, beschliessen wir auch noch den nächsten mitzunehmen, bevor wir dann hoch nach Egilstadir ziehen. Und nun hat die Sonne langsam auch Karten gegen die Wolkendecke und drückt sich ab und an mal durch. Die Lichtstimmung bleibt aber zauberhaft, es mischen sich nun aber Feen ins Geschehn, nachdem der Morgen eher von Druiden dominiert wurde. Oder auch ein bisschen von Trollen.





In Egilsstadir ist das Lakehotel schnell gefunden. Es ist ein altes Landgut, dass zum Hotel umgebaut wurde, alles schön mit Antiquitäten eingerichtet, mit sehr schönem Speisesaal (gehobenes Restaurant, aber auch Frühstückssaal) und insgesamt mit Flair. Nebenan gibt es auch noch den zugehörigen Agrarbetrieb mit Stall. Wir bekommen ein Zimmer im zweiten Stock (enge Treppe, kein Aufzug) leider zur Stadt hin, nicht zum See. Wir fahren direkt zurück zur Tourist Office, lassen uns ein paar Tipps geben, wo man am besten zum See kommt und wo man essen gehen kann. Mit etwas mehr Lust und Zeit hätte man auch komplett um den See fahren können (Lagarfljot). Das ist uns heute abend ein bisschen zu weit, aber wir fahren ein gutes Stück nach Süden daran entlang und machen einen kleinen Spaziergang am See.



Und da heute ein mystisch-märchenhafter Tag ist, darf auch der Lagarfljot Wurm nicht unerwähnt bleiben. Ein Nessie nicht unähnliches Seeungeheuer. Wir haben heute aber kein Glück und es schaut nicht auf ein schnelles Bierchen vorbei.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lagarflj%C3%B3twurm

Dafür sehen wir aber reichlich von einer unserer isländischen Lieblingsblumen. Wenn wir sie richtig bestimmt haben, ist es die Alaska Lupine.





Wir fahren gemütlich zurück in den Ort und die zwei Restaurants, die wir zuerst auf dem Zettel hatten (Reiseführer) hatten schon zu und so folgen wir dem Rat unserer Tourist Office Elfe und essen in einem gemütlichen kleinen Bistro. So gestärkt fahren wir noch zwei kleine Park-ähnliche Gebiete an und schauen uns kurz ein bisschen um. Das besondere hier ist, dass in dieser Gegend erfolgreich wieder aufgeforstet wird. Es gibt hier wieder so etwas wie Wäldchen, was tatsächlich in weiten Teilen Islands ungewöhnlich ist. In einem Versuch wurden rund 80 Baumsorten getostet und die besten 10 oder 12 (für das lokale Klima) ausgewählt und nun wird Schritt für Schritt wieder "bewaldet" ... ein Modell dass auch weitere Teile des Landes ausgeweitet werden soll.

Zurück am Hotel werden wir von den Drei vom Stall begrüsst:


Noch ein kurzer Blick auf den See ...


... aber immer noch lässt sich keine Seeschlange blicken. Na gut, dann noch ein kühles Bierchen und ab ins Bett. Morgen soll es zum Myvatn gehen.

*Anti

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Re: Island / Grönland Tour
« Antwort #40 am: 25.07.2013, 09:52 Uhr »

Und um die Ostfjorde für heute abzurunden, beschliessen wir auch noch den nächsten mitzunehmen, bevor wir dann hoch nach Egilstadir ziehen. Und nun hat die Sonne langsam auch Karten gegen die Wolkendecke und drückt sich ab und an mal durch. Die Lichtstimmung bleibt aber zauberhaft, es mischen sich nun aber Feen ins Geschehn, nachdem der Morgen eher von Druiden dominiert wurde. Oder auch ein bisschen von Trollen.





Dieses Bild gefällt mir besonders gut!

*Flicka

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Re: Island / Grönland Tour
« Antwort #41 am: 25.07.2013, 17:37 Uhr »
Um die goldigen Fohlen beneide ich dich ein bisschen. Und die Torfhäuser im Miniaturformat haben es mir irgendwie auch angetan. Sowas müsste sich doch auch selbst basteln lassen.  :herz:


Wir nehmen zunächst noch den Franzosenfjord mit und haben wieder ein bisschen Glück. Im Hafen liegt das französische Segelschulschiff Etoile und wir können ein bisschen mit der Wache plaudern. Sie sind auf eine Übung im Atlantik (Heimathafen in der Bretagne) und machen hier wegen der französischen Geschichte des Fjords und des Ortes hier halt. Bis heute sind die Strassenschilder auch in französisch.


Das ist sozusagen mein Stichwort: Am Wochenende starte ich in die Bretagne und muss dann leider deinen schönen Reisebericht anschließend nachlesen. Die Orte und mystischen Fjorde im Osten gefallen mir schon mal sehr gut!


*Kirkesgaard

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Re: Island / Grönland Tour
« Antwort #42 am: 26.07.2013, 10:52 Uhr »
Ein Blick auf unsere Herberge für die letzte Nacht:



und den schon erwähnten Frühstücksraum



schönes Hotel mit Flair, wenn ihr könnt versucht ein Zimmer im zweiten Stock mit Blick auf den See zu ergattern. Sonst ist die Aussicht nicht so berauschend. Ruhig und gemütlich war es trotzdem.

Nach dem sehr guten Frühstück geht's direkt zurück auf die N1. Wir haben heute ein paar Abstecher auf dem Weg zum Myvatn vor. Kurz nach Egilsstadir überqueren wir einen Fluss mit Mini-Canyon. Wir werden dem Fluss eine ganze Zeit lang folgen und immer wieder schöne Ausblicke auf ihn haben



Die Landschaft bei der Fahrt ins Hochland wird erst mal karger ... aber Wasserfälle gibt es durch die immer noch im vollen Gange befindliche Schneeschmelze reichlich.









Unsere erste kleine Abzweigung führt uns auf die 85 zum Vopna Fjord. Eigentlich wollten wir hier ein Gehöft besichtigen, was unser Reiseführer empfohlen hatte. Leider ist die Strasse dorthin gesperrt, was aber auch nicht so ganz ersichtlich ist (schon gar nicht an der Abzweigung von der N1. So kriegen wir noch einen Blick auf unseren ersten nördlichen Fjord, drehen und fahren stückchen auf der N1 zurück, ...





... da wir eine Schotterstrasse (ich meine 901) fahren wollen (eine weitere Empfehlung des Reiseführers).



Sie ist jetzt glaube ich nicht so direkt für Mietwägen freigegeben. Wir haben aber auch ganz normale kompakte auf der Strecke gesehen. Mit unserem SUV, obwohl Dacia gabs keinerlei Probleme. Die von der Strasse abzweigenden F strassen sind allerdings alle noch gesperrt und ich wäre sie auch nicht mit dem Mietwagen gefahren. Diese Schotterstrasse ist nicht wirklich schlechter als Teile der N1 an denen sie ungeschottert ist. Oder zumindest nicht als wir sie gefahren sind. Wer über ein solches Gefährt verfügt ...



... wäre aber auf der ganz sicheren Seite. Wir treffen die beiden Fahrer etwas später bei einem Kaffee und plaudern ein wenig. Das Ding lässt wenig wünsche offen und ist echt toll für solche Touren. Auch für die F-Strassen, wenn sie denn mal nach der Schneeschmelze geöffnet werden.



Wir fahren die Strasse ganz gemütlich und relativ langsam (Auto und Reifenschonend) und sehen unterwegs auch unsere zweite Gruppe Rentiere:



Es macht echt Spass die Strasse zu fahren und wir schauen immer wieder in karge Mondlandschaft. Die Strasse windet sich auf eine Anhöhe, von der man einen schönen Rundumblick ins Tal hat, und dort kommt man schliesslich in der kleinen Siedlung Möðrudalur an.



Hier trinken wir unseren erwähnten Kaffee mit der Crew des Lasters und schauen uns ein bisschen um.





Highlight ist dieses alte Torgehöftgebäude, dass heute das Cafe berherbergt - urgemütlich
 




so gestärkt kann es weiter gehen, zurück auf die N1.



Das Stück ist deutlich kürzer als aus der anderen Richtung und auch wesentlich ebener und ohne Anstiege. Wer sich also nicht die komplette Strecke zutraut oder nicht soviel Zeit verwenden will, kann dieses Örtchen von Westen her anfahren. Ist dann nur ein relativ kleiner Abstecher von der N1 und es lohnt sich. Wir haben sogar einen Bus aus dieser Richtung kommen sehen ...

*Kirkesgaard

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Re: Island / Grönland Tour
« Antwort #43 am: 26.07.2013, 14:33 Uhr »
Wir liegen noch gut in der Zeit und beschliessen den Schlenker zum Dettifoss noch zu fahren. Wir machen hier zwei kleinere "Wanderungen". Erst an einem vorgelagerten Parkplatz durch die weite Lavawüste, und dann von einem größeren Parkplatz aus zum Dettifoss. Eigentlich liegen hier drei Wasserfälle nahe beeinander, aber da noch einiges an Schnee liegt bzw. die Wege noch überflutet oder stark aufgeweicht sind, bleiben nur die Hauptwege übrig.



Die Touren sind nicht sehr anstrengend, aber da ein paar Umwege nötig sind, ist ein bisschen Trittsicherheit von Vorteil. Wir sehen ein paar Grüppchen, die z.T. Leute mit Rollatoren quasi wieder zurück tragen. Respekt auf der einen Seite, auf der anderen hätte man vielleicht das Risiko nicht unbedingt eingehen sollen. Aber zurück haben sie es alle geschafft. Es ist etwa ne halbe Stunde bis zum Wasserfall.





Dies ist glaube ich der in der Nähe liegende Selfoss. Ein weiterer Wasserfall, Hafragilsfoss, ist nochmal nen Stückchen weiter. Man kann hier also 3 zum Preis von 1 haben. Den dritten schenken wir uns allerdings heute. Unter aktuellen Bedingungen wäre es etwa 2 weitere Stunden hin und zurück.



Nach diesen zwei kleineren Ausflügen gehts weiter in Richtung Myvatn. Kurz vor dem See findet sich noch ein beeindruckendes Geothermalfeld. Auch hier spazieren wir ne weile zwischen den blubbernden und köchelnden Quellen, Schlammlöchern oder Dampfquellen. Ich fand dieses Feld eigentlich eindrucksvoller als das Geysirfeld was die Quellen und Mudpots angeht, allerdings fehlt ein Geysir.









es blubbert, spotzt, spukt und raucht überall. Ich mag ja die Matschlöcher besonders gerne. Zum Teil ergeben die einfach schöne, fast künstlerische Formen und Kurven .









Alles schön surreal. Und auch wieder auf relativ kleiner Fläche, das heisst man kriegt viele Eindrücke auf einmal geboten. Schliesslich gehts dann aber doch weiter und über diesen Hügel und vor uns zeigt sich der Myvatn.



Hier werden wir jetzt wieder zwei Nächte bleiben und haben uns eine kleine Cabin mit eigenem Bad gemietet. Die Cabin hat ein bisschen was von einem Container und für uns kriegt sie damit das Flair eines Expeditionscamps. Sie ist aber völlig ausreichend, das Bett ist bequem und wir kriegen sogar Frühstück. Kann man also nicht meckern. Wir werden aber morgen noch über eine Alternative stolpern, die ich bei einem weitern Besuch hier mir eventl gönnen würde.

Hier der Blick von unserem Hüttchen auf ein Lavafeld ... Myvatn heisst übersetzt Mückensee. Oder wie sagte ein Kollege bei der Planung der Reise: 1 Milliarde Mücken können nicht irren. Diese Milliarde (oder ich meine ich hätte irgendwo gelesen 600t Biomasse pro Jahr) verteilen sich auf etwa 40 Arten und sind mit ein Grund dafür, dass es hier Unmengen von Vögeln gibt. Sie sind zum Teil ein bisschen anstrengend. An einigen Stellen auch furchteinflössend. Aber es ist punktuell und tageszeitabhängig und vor allem hier am Hotel finden sich relativ wenige. Ob wir nur Glück haben kann ich nicht sagen. Aber der See ist einen (auch etwas ausgiebigeren Stopp wert. trotz Mücken).



Es ist zwar mittlerweile schon so rund 19 Uhr, aber wir beschliessen dass wir die müden Knochen gerne noch etwas verwöhnen möchten und machen uns auf den Weg zum Myvatn Nature Bath. Das ist eigentlich die kleine Schwester der Blauen Lagune. Gleiches Prinzip, etwas kleinere Fläche und zugehöriges Angebot und auch günstiger ist es genau das was wir heute brauchen können. Wir weichen uns ein in dem milchig blauen Wasser. Je nach Stelle im Bad (Nähe zu den Zuflüssen mit Heisswasser) variiert die Temperatur. Auch hier wird es gespeist aus einem naheliegenden Kraftwerk und ist quasi ein Abfallprodukt ...



Ich finde es einfach nur wohltuend und entspannend. Witzig wird es dann auch noch, als fünf junge Chinesinnen dazu stossen und dann auch noch einen Fotoapparat mitnehmen. Ungelogen, sie schiessen mindestens eine halbe Stunde lang Fotos. Als Gruppe, einzeln, in immer wieder neuen Posen. SIe haben einen irren Spass dabei und verbreiten den auch auf den Rest der Besuch. Und ich meine jetzt nicht, dass wir gedacht haben: Boh sind die doof oder albern, sondern wirklich dass der Funke ein bisschen übersprang. Eigentlich hatte fast jeder ein Lächeln im Gesicht. Hat irgendwie gepasst und war ein schöner Abschluss.

Irgendwann waren wir dann aber auch gar gekocht und gut erholt und haben uns langsam auf den Weg zum Hotel gemacht. Da wir jetzt keine Lust mehr haben noch wegzufahren vespern wir ein bisschen im Aufenthalts-/Frühstücksraum und trinken ein Kaltgetränk aus unseren Vorräten. Ich werde zwischendrin nochmal wach. Um etwa Mitternacht geht die Sonne ganz kurz unter den Horizont (ohne dass es dunkel wird), um rund 2 Uhr geht sie dann strahlend wieder auf.




*Kirkesgaard

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Re: Island / Grönland Tour
« Antwort #44 am: 29.07.2013, 10:12 Uhr »
Und weiter gehts. Da wir hier wieder zwei Nächte haben, gibts heute einige Optionen.  Wir entscheiden uns für die Variante ganz entspannt rund um den See zu fahren. Alternativ hätte man zB auch nach Husavik zur Walbeobachtung fahren können oder auch einen Ausflug ins Hochland buchen. Also gehts nach entspanntem Frühstück erst mal an die Tourist Office, wo wir ein paar gute Tipps bekommen und ein bisschen mit dem Ranger plaudern. Danach ein kurzer Stopp an der Post, Briefmarken gekauft, einen gefunden Geldbeutel abgegeben und los geht's zum Viti-Kratersee. auf dem Weg kommen wir am Geothermalkraftwerk vorbei.



Viti ist ein ganz gemütlicher Einstieg in den Tag. Er ist nicht so riesig und man kann ziemlich gemütlich aussenrum laufen.



Dabei kommt man am vom Parkplatz entferntesten Ende auch zu Teilen der Kraftwerksanlage. Wir schauen ein bisschen dabei zu, wie ein neues Bohrloch zusammengeschraubt wird. Insgesamt sind wir wohl so eine starke Stunde hier. Schöne Ausblicke, ganz interessante Blicke auf die Kraftwerksanlage. Gemütlich geht es zurück Richtung See. Wir fahren ein paar Nebenverbindungsstrassen. Natürlich auch hier allgegenwertig die Schafe, die wie ein Mitreisende sagte noch Hosen anhaben:



Auf einer dieser Nebenstrassen sind auch heisse Quellen in Höhlen. Laut Tourist Office kommen hier immer noch ein paar Isländer zum Baden. Am Eingang ein grosses Schild, dass hier vor kurzem grössere Brocken von der Decke gestürzt sind, und es wahrscheinlich nicht die letzten waren. Ein bisschen feinen Humor haben sie ja zum Teil diese Schilder :) Nun ja, wird hoffentlich jetzt nicht gerade beim Fotografieren passieren. Wasser ist auch tatsächlich angenehm warm. Ob ich jetzt entspannt im Wasser liegen könnte wage ich mal zu bezweifeln. Ich würde wahrscheinlich nur auf ein Knirschen hören.



Unsere Runde führt weiter zu einem Gebiet, wo man schön in einem Wäldchen spazieren und Vögel beobachten kann.





Das mit den Vögeln stimmt schon. Man sieht einige am Ufer und auf dem Wasser. Wahrscheinlich sind sie da, weil es hier auch genug Futter gibt. Wie sagte der Reiseführer, die Mücken können zum Teil ein bisschen anstrengend sein. Das trifft es ganz gut. Trotz Tuch vor dem Mund und relativ dichter Sonnenbrille ist man doch ständig am Wedeln. Man kann in den Läden hier ein Mückennetz für den Kopf kaufen. Wir haben Angler gesehen, die sich damit "abgedichtet" hatten. Ist sicher eine Option, falls man länger in den Mückenschwärmen unterwegs sein will.



Landschaftlich auf jeden Fall schön. Und wer Vögel beobachten will, hat hier tatsächlich eine ganz gute Stelle dafür.



Unser Weg führt weiter zu den Pseudokratern.



Wenn ich mir die Erklärung richtig gemerkt haben, entstehen die, wenn heisse Lava auf einen kalten Untergrund wie gefrorenen Boden oder den See trifft und dann sich aufbläht und in sich zusammen fällt. Also im Gegensatz zu einem durch Einschlag entstandenen Krater. Dieses geologische Phänomen gibt es wohl sehr selten auf der Welt und es hat in den letzten Jahren wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen, weil man auf dem Mars ähnliche Formationen entdeckt hat und nun Geologen versuchen hier Erkenntnisse zu gewinnen.





Ausser uns, den Geologen und ein paar weiteren Touristen interessieren sich auch wieder zahlreiche Mücken für diese Gebiet. Nach unserem Spaziergang ist erst einmal abklopfen angesagt. Die Pseudokrater sind ganz interessant, wirken aber aus der Luft doch wesentlich eindrucksvoller (Postkarte) als direkt davor. Es ist trotzdem einen halt wert, wenn man schon mal da ist.

Wir wollen weiter zu einem Vogelmuseum. Als wir die Südwestecke des sees umrunden und wieder nach Norden fahren sieht es aus, als ob aus Lavaschloten Rauchwolken aufsteigen. Bestimmt an 100 Stellen. Nach ein paar Augenblicken realisieren wir, dass sind keine Rauchwolken, das sind Mückenschwärme. Das hat jetzt dann was von Horrorfilm. Auf dem Fotos kommt das nicht gut raus und wir hatten auch keine grosse Lust anzuhalten zum Fotografieren ...



Es plätschert konstant gegen die Scheibe. Am Vogelmuseum "retten" wir uns zügig ins Innere. Das Museum hat der Sammlung eines Isländers eine Heimat gegeben. Er hat seit früher Kindheit Vögel gesammelt und präparieren lassen. Ein bisschen morbid. Vor kurzem kam er bei einem Unfall ums Leben. Die Sammlung zeigt alle Vögel Islands bis auf den Gyrfalken glaube ich.









Interessant ist die Ausstellung schon, und es tummeln sich auch zahlreiche lebende Exemplare rund um das Museum. Man kann auch Beobachtungshütten mieten. So Vogelfanatisch sind wir dann aber nicht ...



Wir machen unsere erste Umrundung des Sees komplett und kommen an "unserem" Nordende vorbei.









Es ist jetzt so rund 17 Uhr. Wir hätten also noch ein bisschen Zeit vorm Abendessen. Wir fahren erst mal an den Supermarkt, und stocken Vorräte auf. Danach halten wir an der (kostenlosen) Autoreinigungsstation. Das ist im Wesentlichen eine Spritzdüse, mit der man das Auto abwäscht. Und da ist einiges an Staub und Mücken drauf, also mal schön die Grundfarbe wieder hervorgeholt. Danach beschliessen wir uns noch den grossen Krater anzuschauen:



Vom Parkplatz aus geht es erst mal steil schätzungsweise 200 bis 300 m nach oben. Oben angekommen beschliessen wir den etwa 3 km Rundweg am Kraterrand entlang zu machen.







um ein bisschen ein Grössengefühl zu bekommen:



und auch nochmal ein Blick in Richtung der Pseudokrater



Hier oben geht eine richtig steife Brise. Viele laufen auch nicht weiter auf dem Kraterrand entlang, schon gar nicht so spät am Tag. Man hat aber viele schöne Ausblicke auf den See, auf das Nature Bath, auf die umliegenden Berge und auch auf ein kleines Wäldchen mit bizarren Lavaformationen (das wir uns noch morgen früh anschauen werden). Um diese Uhrzeit liegt auch ein schönes magisches Licht auf dem See:



Wir haben uns jetzt genug Appetit angefuttert und machen uns auf den kurzen Weg zurück zum Cowshed. Das ist ein Guesthouse und Restaurant, dass an einen Bauernhof angegliedert ist. Wie der Name vermuten lässt sind hier unter anderem die Kühe die Stars



Der Stall ist direkt an das Restaurant angedliedert und man hat grosse Fenster um reinschauen zu können. Tagsüber tummeln die Kühe sich ausserdem auch rund um den Hof auf den Wiesen. Das gibt dem ganzen schon mal einen netten entspannten Touch. Und die Bedienungen tun auch ihr bestes und bemühen sich emsig um die Gäste. Dazu ist das Essen sehr gut. Ich würde sagen, das war wahrscheinlich im Ganzen das beste Abendessen der Runde, weil einfach das Gesamtpaket gestimmt hat. Wenn wir wieder in diese Gegend kommen würde ich glaube ich auch das Guesthouse ausprobieren, wobei wir auch mit unserer Unterkunft keinen Grund zum Klagen hatten.

Nach diesem sehr entspannten Abendessen beschliessen wir den etwas längeren Heimweg nochmal rund um den See zu nehmen. Und siehe da, die Horrormückenschwärme sind weg. Wir sehen nochmal einiges an Vögeln, inklusive Gänsen und Schwänen.





Uns hat es (trotz Mücken) gut gefallen hier am See. Für weitere Ausflüge hätte es noch ein paar Optionen gegeben. Das Nature Bath alleine wäre schon ein Grund um hier einen Zwischenstopp einzulegen. Wir hätten auch auf den Abend schon mal in Richtung Akureyri oder Husavik weiter fahren können. Aber zum einen wollten wir es mit zwei Übernachtungen am gleichen Ort wieder etwas gemütlicher haben. Zum anderen waren wir uns nicht sicher, ob wir am Anreisetag schon ins Nature Bath gekommen wären und wollten einen zweiten Abend als Option haben. Für uns hat es so dann auch tatsächlich gut gepasst und wir gehen zufrieden mit vielen schönen Eindrücken ins Bett, während die Sonne kurz den Horizont küsst.


 

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