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Autor Thema: 'n büsschen kalt, nech? - Alaska - 2026  (Gelesen 26 mal)

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'n büsschen kalt, nech? - Alaska - 2026
« am: Heute um 12:58 »
"Hallo und herzlich willkommen zurück"
So oder so ähnlich könnte ich nun hier meinen Reisebericht beginnen, denn ich war in den letzten Jahren nun leider doch recht inaktiv. Das hängt mit einigen privaten Veränderungen zusammen, die mich sowohl vom Reisen als auch vom Berichten davon etwas abgehalten haben.
Meine große Hoffnung ist, dass ich euch hier auf eine vollständige Tour mitnehmen kann. Bilder und Videos sind bereits hochgeladen, jetzt muss der Technik-DAU das nur noch ins Forum umgemünzt bekommen...

Alaska - wie kommt man eigentlich auf eine solch hirnverbrannte Idee? Noch dazu zu einer Zeit, in der vor Ort quasi noch alles geschlossen hat? Eigentlich ganz simpel: Man muss nur in der Jugend ein Buch gelesen haben. In dem Falle: "Max Gottschalk - der Robin Hood der Beeringstraße". Dann guckt man ab und an Dokus, merkt wie urlaubsreif man eigentlich ist, bucht relativ spontan (Mitte Februar, Abflug war Ende März) einfach mal Flüge nach Anchorage und spinnt sich dann eine kleine Route zusammen:


Meine Route

Aber der Reihe nach. Nachdem alle Vorbereitungen mehr oder weniger abgeschlossen, die Hotel- und Mietwagenbuchung erledigt und die Modalitäten zu "Wie komme ich eigentlich zu 6:20 Uhr Abflug zum Flughafen" geklärt waren, konnte ich am 30.03. morgens gegen 2:45 Uhr nach rund 3 Stunden schlaf entspannt aufstehen. Der Koffer wurde nebst Handgepäck ins Auto verfrachtet und dann ging es auch schon los zu meinem Papa. Der wohnt ganz in der Nähe vom Flughafen, hat sich angeboten mitten in der Nacht aufzustehen und mich zum Abflug zu bringen und passt außerdem noch während der Abwesenheit auf mein Auto auf. So muss das doch sein.
Früh morgens sind am BER die Kontrollen noch recht entspannt, weshalb ich - wie so üblich bei mir - viel zu früh am Gate sitze. Aber egal, jetzt geht das Abenteuer los, da fällt die Stunde Schlaf weniger gar nicht ins Gewicht. Pünktlich boarde ich den A-321 vom Kranich nach München und lande nur eine knappe Stunde später butterweich in MUC.
Auf dem Weg zum Abfluggate werde ich kurz interviewt, was ich denn eigentlich so in den USA vorhätte und nach kurzem Smalltalk lässt mich die nette Dame passieren. Knappe 4h Stunden Aufenthalt haben sich so schon einmal auf 3:30h reduziert, die ich mit einem tollen Mitarbeiter von United plaudernd (der mir dabei noch Notausgangsplätze für die Anschlussflüge für lau organisiert 8)), Musik, einem Buch und Flightradar am Fenster verbringe.
Leider kann ich dabei das Gespräch der United-Crew am Schalter mitverfolgen und erkenne schnell, dass mich die dreistündige Verspätung der Maschine aus Washington wohl doch persönlich trifft - denn genau mit dem Dreamliner soll ich bald nach Chicago abheben. In einer wahnsinnszeit schaffen die Jungs und Mädels am Flieger den Turnaround in einer knappen Stunde, dennoch heben wir mit 60 Minuten Verspätung ab. Am ORD habe ich nicht ganz 140 Minuten Zeit für die Einreise samt Umstieg, weshalb ich nach wie vor leicht optimitisch bin. Dieser Optimismus schwindet aber von Minute zu Minute, denn gehöriger Gegenwind sorgt dafür, dass wir mit anderthalbstündigem Rückstand in der Planung in Michigan aufsetzen.
Gemeinsam mit meinem Sitznachbarn, der ebenfalls eine nun sehr knappe Anschlussverbindung erreichen möchte, quälen wir uns aus der Blechbüchse, rennen durch die Gänge und drängeln uns gekonnt in der Schlange für die imigration ganz nach vorne durch. Zwischen öffnen der Flugzeugtür und erfolgreicher Einreise in die USA lagen für mich nicht einmal eine Viertelstunde. Wer nun aufgeregt mitfiebert (oder gar mitgerechnet hat!): t-45 Minuten bis zum Start meines Fluges nach Anchorage. Der einzige und letzte Flieger an diesem Tag.
Sofort folgt der nächste Sprint, diesmal zum Gepäckband. Runde um Runde dreht sich das schwarze Gummi, nur meinen Koffer will einfach nicht auf der Oberfläche erscheinen. Bis endlich sowohl meiner, als auch der Koffer meines Sitznachbarn friedlich nebeneinander autauchen. Erneut vom Schicksal vereint hasten wir zwischen den Menschenmassen hindurch, lassen das Gepäckstück für den Weiterflug abscannen und ernten beide nur bemitleidende Blicke: "Your flight is gone, please head right for our helpdesk."
Nun, dann wird es bei mir wohl eine Nacht in der Windy City - formt sich in meinem Kopf der Gedanke und ich gehe bereits durch, wen ich davon alles informieren muss. Mindestens mal Mietwagenfirma und Hotel, dazu die Familie zu Hause.
Aber: Es kommt anders als gedacht. Nach wenigen Klicks und rekordverdächtig schnellem Geklimpere auf der Tastatur halte ich zwei neue Tickets in der Hand: ORD-->PHX und PHX-->ANC steht schwarz auf weiß auf dem dünnen Papier, zudem die neue Ankunftszeit vom 31.03. um 4:40 Uhr morgens. Urpsrünglich hätte ich am 30.03. um 19:30 Uhr landen sollen.
Flugs werden alle auf den neuen Stand der Ankunft gebracht und nur die Mietwagenstation lässt mich wissen, dass sie erst um 5:30 Uhr wieder öffnen. Ich müsse also warten, aber mein Auto wäre dann sofort für mich bereit.

Beide Flüge sind so ereignis- wie schlafarm, mit meinen rund 2m Körperhöhe und der Optik eines Footballspielers sitze ich eingequetscht wie eine Sardine und bekomme einfach kein Auge zu. Entsprechend müde (zu dem Zeitpunkt war ich 37 Stunden wach) stand ich nach dem 4. Flug in Anchorage am Gepäckband. Mal wieder drehte es sich ohne Unterlass, nur spuckte es meinen Koffer dieses Mal nicht aus, weshalb mich der Weg zur Gepäckermittlung von Alaska Airlines führte, die den Flug von Phoenix aus durchgeführt haben. Die Antwort fiel eher frustrierend aus: "Wir haben keine Ahnung, wo ihr Koffer ist. Der ist bei uns nicht im System."
Ohne Koffer, aber mit Suchauftrag dazu in der Hand ging es also in Richtung Mietwagenstation. Vor mir wartete noch eine Familie auf die Öffnung der Schalter und so wurden sie auch zuerst bedient. Die Nachricht jedoch ließ mich aufhorchen: "There are currently no cars available, I am sorry."
Die Dame von Alamo nahm die Daten von allen fünf wartenden Kunden auf und versicherte, dass ihr Kollege sicher bald da sein. Der mache dann die Autos fertig und schon seien wir alle "on the road". Meine Begeisterung kannte keine Grenzen. Immerhin wurde mein kleiner, blauer Jeep dann doch bis um 6:30 Uhr fertig und ich konnte den Weg zum Hotel, den ich nur kurz für einen Walmartbesuch für einen Snack und ein Wasser unterbrach, antreten. Das Einchecken im Hotel ging fix, das Einschlafen für rund 3 Stunden um meinen Rhythmus nicht ganz zu zerstören ebenfalls.


Mein Wegbegleiter


Auf dem Weg zum Hotel


Blick aus dem Hotelzimmer

Thomas

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Antw: 'n büsschen kalt, nech? - Alaska - 2026
« Antwort #1 am: Heute um 14:23 »
Willkommen zurück!  :D

Ich freue mich sehr auf Deinen Reisebericht - Alaska fehlt uns noch auf der Liste, bin sehr gespannt auf Deine Eindrücke und Erlebnisse!
Viele Grüße,

Thomas (webmaster@usa-reise.de)
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