usa-reise.de Forum

Autor Thema: Der große Schritt über den kleinen Teich - wie Mama das erste Mal Amerika erlebt  (Gelesen 843 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Coach

  • Lounge-Member
  • ****
  • Beiträge: 162
13.10.2019
Der heutige Tag brachte ein weiteres Highlight dieser Reise für meinen Bruder hervor. Doch beginnen wir am Anfang.
Das Frühstück nahmen wir noch im Hotel in Kutztown ein, packten unsere Siebensachen wieder zusammen und verstauten alles irgendwie im äußerlich riesigen, aber innerlich überschaubaren Nissan Rogue. Mit allem an Bord ging die Fahrt dann los in Richtung Philadelphia, der Stadt der brüderlichen Liebe. 
Knappe 1,5h später konnten wir die Skyline bereits bestaunen und fuhren kurz darauf schon über den Benjamin Franklin Parkway. Mein Bruder ist großer Rocky-Fan, hatte aber keine Ahnung davon, dass ich direkt als erstes genau auf die berühmtesten Treppenstufen der Rocky-Geschichte zufuhr. Als er das Philadelphia Museum of Art dann sah, fiel er mir halb um den Hals und fragte, ob wir hier nicht anhalten könnten. Da genau das mein Plan war, parkten wir unser Auto ganz in der Nähe und verbrachten ausreichend Zeit an der Rocky-Statue und dem Kreisverkehr davor. 
Natürlich ließ er es sich auch nicht nehmen, sich selbst beim Hochrennen der Stufen filmen zu lassen.


Nicht kleckern, klotzen!


Blick auf den Benjamin Franklin Parkway


Wer kennt diese Treppen nicht...?


Welcome to Philly!



Von hier aus liefen wir noch ein wenig am Ufer des Schuykill River entlang, das Wetter war zwischendurch doch sehr angenehm und einladend.


Der Schuykill

Den Rest des Tages bummelten wir durch die Gegend westlich der City Hall und nahmen hier natürlich neben den bekannten Sehenswürdigkeiten auch die Gelegenheit wahr, ein authentisches Philly-Cheese-Steak zu essen. Leider komme ich nicht mehr darauf, wo genau wir hierfür waren - lecker war es aber allemal.


The City of brotherly: _____

Abends fühlten wir uns alle drei ein wenig schlapp, weshalb wir recht früh ins Hotel fuhren und dort auch früher als sonst schlafen gingen.

Coach

  • Lounge-Member
  • ****
  • Beiträge: 162
14.10.2019
Der heutige Tag stand ganz im Schatten der amerikanischen Geschichte. Zumindest fühlte es sich so an - gleich nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Auto wieder in Richtung Downtown und parkten in einer Tiefgarage unweit der Independence Hall.
Nach einem kurzen Fußweg in herrlichem Wetter standen wir dann zunächst vor der Independence Hall, schlenderten langsam durch die toll angelegte, aber recht kleine Parkanlage hin zum Liberty Bell Center, in dem wir natürlich das Symbol der amerikanischen Unabhängigkeit anschauen mussten. Mit viel Pathos konnten wir hier, im Independence Visitor Center und dem National Constitution Center bekannte und bisher für uns unbekannte Fakten über die Entstehungsgeschichte des „Land of the free and home of the brave“ nachlesen oder in kurzen Videos ansehen.
In Summe hat uns dieses Erlebnis sehr gut gefallen, war es doch informativ und trotz der historischen Bedeutsamkeit keinesfalls nur eine langweilige Geschichtsstunde.


Die Independence Hall


Die Liberty Bell


Blumen. In einer amerikanischen Stadt!

Nach viel Zeit drinnen wollten wir nur aber noch etwas mehr vom Sonnenschein genießen, weshalb wir vorbei an der „Mint“, der ältesten Münzprägestätte der USA zunächst zum Christ Church Memorial Ground spazierten. Gut, der ist nur auf der anderen Seite der Straße, aber wir waren zu Fuß unterwegs! Unterwegs begegneten uns Unmengen an Squirrels, die - wie so oft üblich im Stadtbild - kaum noch Scheu vor uns Menschen hatten.




Diese putzigen Viecher findet man einfach überall.


Der Mann, in dessen Klinikum ich geboren wurde. Oder so ähnlich.

Irgendwann hatten wir genug von den toten Menschen, die zwar zugegebenermaßen viel für die Menschheitsgeschichte geleistet hatten, aber eben tot waren. Deshalb wollten wir uns im Verlaufe des Tages lieber noch etwas lebendigerem widmen und was ist dafür besser geeignet als Chinatown?
Nur wenige Blocks westlich von der „Old City“ liegt dieser District gut fußläufig erreichbar und so schlängelten wir uns bald durch die (im Verhältnis) kleinen Straßen, die voll mit chinesischen Shops, Nagelstudios und Restaurants waren. Allerdings fehlte mir ein wenig die Atmosphäre, die ich aus anderen Chinatowns anderer Städte kenne.


Chinatown

Den Abend verbrachten wir noch einmal am Wasser, genau genommen wieder Schuykill River. Im Fairmount Park sammelten sich einige Schritte an und wir waren froh, dass wir mit dem Wetter bisher absolutes Glück hatten.
Mit viel Vorfreude auf den kommen Tag fuhren wir zurück ins Hotel, wo ich mir grob die Route ansah und noch ein wenig mit meinem Bruder beratschlagte, wie wir den morgigen Tag genau verbringen wollten.

partybombe

  • Diamond Member
  • *****
  • Beiträge: 8.346
Sehr fein, gerade für mich, die sich so für Politik und Geschichte interessiert 👏🙋‍♀️
 

Coach

  • Lounge-Member
  • ****
  • Beiträge: 162
Ja, da hast du wohl Recht. Philadelphia lohnt sich für Geschichtsfans sicherlich. Wobei ich dafür auch auf jeden Fall noch Washington D.C. mitnehmen würde.

Coach

  • Lounge-Member
  • ****
  • Beiträge: 162
15.10.2019
Runde 2 Stunden auf der I95-N lagen vor uns, denn den heutigen 59. Geburtstag von Mama wollten wir in NYC genießen und dort gemeinsam mit ihr feiern. Doch bevor wir die Stadt entern konnten, mussten wir einen kleinen Zwischenstopp bei „The Mills at Jersey Gardens“ machen. Hier war ich schon vor einiger Zeit bei meiner ersten New York Reise zum shoppen und ich hatte die Hoffnung, hier wieder einen kleinen Erfolg zu feiern. 
Spontan teilten wir uns auf, damit jeder seine eigenen Favoriten in dieser riesigen Mall besuchen konnte. Alle drei waren einigermaßen erfolgreich und vor allem Mama war ob der Größe total begeistert. Am liebsten hätte sie wohl den ganzen Tag hier verbracht, aber nach einem Mittagessen im Foodcourt brachen wir dann doch zum Super 8 in North Bergen auf.

Das Motel hatte ich ausgewählt, weil wir dort unser Auto gut unterbekamen, ein Supermarkt (Aldi) direkt nebenan war und ein Bus auf direktem Wege zum Port Authority Bus Terminal fuhr. 
Deshalb checkten wir nur kurz ein, brachten alle Koffer, Tüten und Taschen auf die Zimmer und trafen uns gegen 14:30 Uhr wieder vor dem Eingang. Dort hielt schon bald der Bus an und brachte uns in gemächlichem Stau-Tempo durch den Lincoln Tunnel hinein nach Manhattan.


Welcome to NYC!

Auch bei meinem zweiten Besuch in dieser Stadt wanderte mein Blick immer wieder in Richtung Himmel, den ganzen Wolkenkratzern folgend.
Zu Fuß schlugen wir uns tapfer durch die unendlich wirkenden Straßenschluchten, immer auf der Suche nach einem schönen kleinen Café, damit wir Mama auf ein Stück Kuchen einladen konnten. So wirklich erfolgreich waren wir damit nicht, doch irgendwann tat sich in einem Deli eine Gelegenheit auf. Für schlappe $5 pro Stück orderten wir Käsekuchen, einen Donut und einen Keks, nahmen noch ein paar Bananen und Coffe to go mit und liefen damit weiter in Richtung Hudson.
In der Nähe der Intrepid fanden wir eine Sitzgelegenheit und stießen so noch einmal auf den Geburtstag von Mama an. Strahlend verkündete sie, dass sie sich nie habe vorstellen können, überhaupt einmal in New York zu sein - und erst recht nicht mit zwei ihrer drei Söhne an ihrem Geburtstag!


Die Intrepid - hier lohnt sich ein Besuch absolut! Man braucht aber Zeit...

Als langsam die Dämmerung hereinbrach, eröffneten wir ihr auch unser Geburtstagsgeschenk: Die Harbor Night Cruise - eine Fahrt mit dem Schiff auf dem Hudson bis hin zur Freiheitsstatue, den East River bis unter die Brooklyn Bridge und Retour.


Auf in den Sonnenuntergang


Blick auf Lady Liberty und den Financial District


Manhattan bei Nacht

Lange Zeit standen wir oben an Deck, ließen die letzten Sonnenstrahlen aufs Gesicht scheinen und staunten über die endlosen Wohn- und Bürotürme Manhattans. Während der Fahrt erzählte ein Mitarbeiter alle möglichen mehr oder weniger spannende Geschichten, erklärte viel zu den ersten Einwanderern und das bis zum Jahre X (das habe ich mir leider nicht gemerkt) jeder einzelne Immigrant durch Ellis Island durch musste.
Die Ausblicke auf das beleuchtete New York fanden wir alle drei absolut umwerfend, allerdings mussten wir uns dann auf Grund der langsam kühl werdenden Temperaturen irgendwann ins Innere des Schiffs zurückziehen.

Am Ausgangspier wieder angekommen liefen wir dann recht zügig in Richtung Port Authority, denn der lange Tag steckte uns ganz schön in den Knochen. Entsprechend müde fielen wir sehr schnell in unsere Betten.