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Autor Thema: Der große Schritt über den kleinen Teich - wie Mama das erste Mal Amerika erlebt  (Gelesen 1298 mal)

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Coach

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13.10.2019
Der heutige Tag brachte ein weiteres Highlight dieser Reise für meinen Bruder hervor. Doch beginnen wir am Anfang.
Das Frühstück nahmen wir noch im Hotel in Kutztown ein, packten unsere Siebensachen wieder zusammen und verstauten alles irgendwie im äußerlich riesigen, aber innerlich überschaubaren Nissan Rogue. Mit allem an Bord ging die Fahrt dann los in Richtung Philadelphia, der Stadt der brüderlichen Liebe. 
Knappe 1,5h später konnten wir die Skyline bereits bestaunen und fuhren kurz darauf schon über den Benjamin Franklin Parkway. Mein Bruder ist großer Rocky-Fan, hatte aber keine Ahnung davon, dass ich direkt als erstes genau auf die berühmtesten Treppenstufen der Rocky-Geschichte zufuhr. Als er das Philadelphia Museum of Art dann sah, fiel er mir halb um den Hals und fragte, ob wir hier nicht anhalten könnten. Da genau das mein Plan war, parkten wir unser Auto ganz in der Nähe und verbrachten ausreichend Zeit an der Rocky-Statue und dem Kreisverkehr davor. 
Natürlich ließ er es sich auch nicht nehmen, sich selbst beim Hochrennen der Stufen filmen zu lassen.


Nicht kleckern, klotzen!


Blick auf den Benjamin Franklin Parkway


Wer kennt diese Treppen nicht...?


Welcome to Philly!



Von hier aus liefen wir noch ein wenig am Ufer des Schuykill River entlang, das Wetter war zwischendurch doch sehr angenehm und einladend.


Der Schuykill

Den Rest des Tages bummelten wir durch die Gegend westlich der City Hall und nahmen hier natürlich neben den bekannten Sehenswürdigkeiten auch die Gelegenheit wahr, ein authentisches Philly-Cheese-Steak zu essen. Leider komme ich nicht mehr darauf, wo genau wir hierfür waren - lecker war es aber allemal.


The City of brotherly: _____

Abends fühlten wir uns alle drei ein wenig schlapp, weshalb wir recht früh ins Hotel fuhren und dort auch früher als sonst schlafen gingen.

Coach

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14.10.2019
Der heutige Tag stand ganz im Schatten der amerikanischen Geschichte. Zumindest fühlte es sich so an - gleich nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Auto wieder in Richtung Downtown und parkten in einer Tiefgarage unweit der Independence Hall.
Nach einem kurzen Fußweg in herrlichem Wetter standen wir dann zunächst vor der Independence Hall, schlenderten langsam durch die toll angelegte, aber recht kleine Parkanlage hin zum Liberty Bell Center, in dem wir natürlich das Symbol der amerikanischen Unabhängigkeit anschauen mussten. Mit viel Pathos konnten wir hier, im Independence Visitor Center und dem National Constitution Center bekannte und bisher für uns unbekannte Fakten über die Entstehungsgeschichte des „Land of the free and home of the brave“ nachlesen oder in kurzen Videos ansehen.
In Summe hat uns dieses Erlebnis sehr gut gefallen, war es doch informativ und trotz der historischen Bedeutsamkeit keinesfalls nur eine langweilige Geschichtsstunde.


Die Independence Hall


Die Liberty Bell


Blumen. In einer amerikanischen Stadt!

Nach viel Zeit drinnen wollten wir nur aber noch etwas mehr vom Sonnenschein genießen, weshalb wir vorbei an der „Mint“, der ältesten Münzprägestätte der USA zunächst zum Christ Church Memorial Ground spazierten. Gut, der ist nur auf der anderen Seite der Straße, aber wir waren zu Fuß unterwegs! Unterwegs begegneten uns Unmengen an Squirrels, die - wie so oft üblich im Stadtbild - kaum noch Scheu vor uns Menschen hatten.




Diese putzigen Viecher findet man einfach überall.


Der Mann, in dessen Klinikum ich geboren wurde. Oder so ähnlich.

Irgendwann hatten wir genug von den toten Menschen, die zwar zugegebenermaßen viel für die Menschheitsgeschichte geleistet hatten, aber eben tot waren. Deshalb wollten wir uns im Verlaufe des Tages lieber noch etwas lebendigerem widmen und was ist dafür besser geeignet als Chinatown?
Nur wenige Blocks westlich von der „Old City“ liegt dieser District gut fußläufig erreichbar und so schlängelten wir uns bald durch die (im Verhältnis) kleinen Straßen, die voll mit chinesischen Shops, Nagelstudios und Restaurants waren. Allerdings fehlte mir ein wenig die Atmosphäre, die ich aus anderen Chinatowns anderer Städte kenne.


Chinatown

Den Abend verbrachten wir noch einmal am Wasser, genau genommen wieder Schuykill River. Im Fairmount Park sammelten sich einige Schritte an und wir waren froh, dass wir mit dem Wetter bisher absolutes Glück hatten.
Mit viel Vorfreude auf den kommen Tag fuhren wir zurück ins Hotel, wo ich mir grob die Route ansah und noch ein wenig mit meinem Bruder beratschlagte, wie wir den morgigen Tag genau verbringen wollten.

partybombe

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Sehr fein, gerade für mich, die sich so für Politik und Geschichte interessiert 👏🙋‍♀️
 

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Ja, da hast du wohl Recht. Philadelphia lohnt sich für Geschichtsfans sicherlich. Wobei ich dafür auch auf jeden Fall noch Washington D.C. mitnehmen würde.

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15.10.2019
Runde 2 Stunden auf der I95-N lagen vor uns, denn den heutigen 59. Geburtstag von Mama wollten wir in NYC genießen und dort gemeinsam mit ihr feiern. Doch bevor wir die Stadt entern konnten, mussten wir einen kleinen Zwischenstopp bei „The Mills at Jersey Gardens“ machen. Hier war ich schon vor einiger Zeit bei meiner ersten New York Reise zum shoppen und ich hatte die Hoffnung, hier wieder einen kleinen Erfolg zu feiern. 
Spontan teilten wir uns auf, damit jeder seine eigenen Favoriten in dieser riesigen Mall besuchen konnte. Alle drei waren einigermaßen erfolgreich und vor allem Mama war ob der Größe total begeistert. Am liebsten hätte sie wohl den ganzen Tag hier verbracht, aber nach einem Mittagessen im Foodcourt brachen wir dann doch zum Super 8 in North Bergen auf.

Das Motel hatte ich ausgewählt, weil wir dort unser Auto gut unterbekamen, ein Supermarkt (Aldi) direkt nebenan war und ein Bus auf direktem Wege zum Port Authority Bus Terminal fuhr. 
Deshalb checkten wir nur kurz ein, brachten alle Koffer, Tüten und Taschen auf die Zimmer und trafen uns gegen 14:30 Uhr wieder vor dem Eingang. Dort hielt schon bald der Bus an und brachte uns in gemächlichem Stau-Tempo durch den Lincoln Tunnel hinein nach Manhattan.


Welcome to NYC!

Auch bei meinem zweiten Besuch in dieser Stadt wanderte mein Blick immer wieder in Richtung Himmel, den ganzen Wolkenkratzern folgend.
Zu Fuß schlugen wir uns tapfer durch die unendlich wirkenden Straßenschluchten, immer auf der Suche nach einem schönen kleinen Café, damit wir Mama auf ein Stück Kuchen einladen konnten. So wirklich erfolgreich waren wir damit nicht, doch irgendwann tat sich in einem Deli eine Gelegenheit auf. Für schlappe $5 pro Stück orderten wir Käsekuchen, einen Donut und einen Keks, nahmen noch ein paar Bananen und Coffe to go mit und liefen damit weiter in Richtung Hudson.
In der Nähe der Intrepid fanden wir eine Sitzgelegenheit und stießen so noch einmal auf den Geburtstag von Mama an. Strahlend verkündete sie, dass sie sich nie habe vorstellen können, überhaupt einmal in New York zu sein - und erst recht nicht mit zwei ihrer drei Söhne an ihrem Geburtstag!


Die Intrepid - hier lohnt sich ein Besuch absolut! Man braucht aber Zeit...

Als langsam die Dämmerung hereinbrach, eröffneten wir ihr auch unser Geburtstagsgeschenk: Die Harbor Night Cruise - eine Fahrt mit dem Schiff auf dem Hudson bis hin zur Freiheitsstatue, den East River bis unter die Brooklyn Bridge und Retour.


Auf in den Sonnenuntergang


Blick auf Lady Liberty und den Financial District


Manhattan bei Nacht

Lange Zeit standen wir oben an Deck, ließen die letzten Sonnenstrahlen aufs Gesicht scheinen und staunten über die endlosen Wohn- und Bürotürme Manhattans. Während der Fahrt erzählte ein Mitarbeiter alle möglichen mehr oder weniger spannende Geschichten, erklärte viel zu den ersten Einwanderern und das bis zum Jahre X (das habe ich mir leider nicht gemerkt) jeder einzelne Immigrant durch Ellis Island durch musste.
Die Ausblicke auf das beleuchtete New York fanden wir alle drei absolut umwerfend, allerdings mussten wir uns dann auf Grund der langsam kühl werdenden Temperaturen irgendwann ins Innere des Schiffs zurückziehen.

Am Ausgangspier wieder angekommen liefen wir dann recht zügig in Richtung Port Authority, denn der lange Tag steckte uns ganz schön in den Knochen. Entsprechend müde fielen wir sehr schnell in unsere Betten.

partybombe

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Auf die Einladung meiner Tochter warte ich noch🤷‍♀️

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16.10.2019
Fieber. Etwas, was man im Urlaub so gar nicht gebrauchen kann. Trotzdem hat mein Bruder beim Thema „möchte jemand Krankheiten haben“ mal wieder laut „Hier!“ gerufen. 
Das Frühstück im Motel wurde also durch ein bisschen was aus der Reiseapotheke ergänzt und wir versuchten am späten Vormittag noch einmal unser Glück mit Manhattan.
Mit der gleichen Buslinie wie gestern ging es also erneut zum Port Authority Bus Terminal, wo wir mit der Subway in Richtung Financial District fuhren. Das erste Tagesziel waren die Pools des zerstörten World Trade Centers, ein Anblick, der vermutlich niemanden so wirklich kalt lässt. Im Gegenteil, ich weiß nach wie vor wo ich war und was ich gemacht habe, als es hieß, dass einer der beiden Türme von Flugzeug getroffen worden sei.
Die Bilder des Anschlags haben wir wohl alle vor Augen und werden sie mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auch nicht mehr vergessen. Hier vor Ort kommen unweigerlich alle damit verbundenen Emotionen wieder hoch und wir verbringen - so wie viele andere Besucher auch - die Zeit vor Ort andächtig schweigend. Inmitten des sonst so trubeligen New York eine außergewöhnliche Erfahrung.

Unweit des Gedenkortes wartet dann wieder etwas deutlich erbaulicheres auf uns: Das One World Trade Center. Bei meinem letzen Besuch noch im Bau befindlich, stand uns dreien das One World Observatory nun zur Verfügung. Ein wenig irritierend für uns war, dass dieser Besuch quasi im Keller des Gebäudes begann, doch wenige Meter später wurde uns bewusst, weshalb dies so gewählt war.
Mit Videoprojektion wurden verschiedene Informationen auf die freigelegten Gesteinsschichten unterhalb des Bauwerks projiziert, die auf den Solliden Untergrund, aber auch auf die Verankerung der Struktur hinwiesen. In wenigen Minuten durchschritten wir diesen ungewöhnlichen Weg und befanden uns dann vor einer sehr kurzen Warteschlange für einen der Aufzüge in den 102. Stock. 
Dank eines der schnellsten Aufzüge weltweit legt man die Rund 390 Höhenmeter in knapp 47 Sekunden zurück und erlebt dabei in einer weiteren Videoprojektion, wie die Stadt um einen herum historisch gewachsen ist. Für mich war das absolut spannend und ich würde diese Fahrt jederzeit wiederholen.

Oben angekommen erwartete uns ein sagenhafter Ausblick auf die Metropole. Trotz starker Bewölkung konnten wir problemlos bis weit über die Freiheitsstatur hinaus blicken, während im Norden die Reihe an Wolkenkratzern um das Empire State, Chrysler, Rockefeller und Co den Blick auf den Central Park verwehrten.


Das ist mal eine Dachterrasse!


Und wirklich klein ist sie nicht...


Diese kleinen Spielzeugboote...


Brooklyn nebst zugehöriger Bridge


Blick Richtung Norden

Das einzige wirklich Manko für mich: Man hat keinen freien (Foto-)Blick, sondern immer eine Glasscheibe vor Augen. Das ist auf dem Rockefeller (oder war es das Empire State?) zwar zugiger, aber Fotografen-freundlicher.

Die Abfahrt mit dem Fahrstuhl ging ebenfalls rasant und auch hierbei gibt es eine schöne Videoanimation. Auf dem Boden der Tatsachen angekommen, machte sich der Hunger bemerkbar. Also beratschlagten wir kurz und kamen zu dem Ergebnis, dass wir doch einfach zu Fuß durch Chinatown in Richtung Houston Street laufen könnten. Gesagt getan, es kam endlich das richtige „Chinatown-Gefühl“ auf.


Chinatown


Chinatown


Chinatown

Einzig mein Bruder meinte irgendwann, dass er mal kurz eine Pause bräuchte. Der Gute sah auch leider wirklich nicht sonderlich gut aus. 
Deshalb suchten wir alsbald die nächste Subway Station auf und fuhren schon am frühen Nachmittag zurück zum Port Authority.

Irgendwo auf dem Weg setzten wir uns (für eine erneute Pause) noch in einen Deli, wo ich die größte Portion Creme brulee zu einem sagenhaft günstigen Preis erwerben konnte.


Ja, ich bin groß. Ja, ich habe große Hände. Aber das war echt winzig.

Den Nachmittag verbrachten meine Mama und ich dann mit Mau Mau, aber auch damit, schon einmal die Koffer ein wenig vorzusortieren, denn für übermorgen stand bereits der Heimflug ab Boston auf dem Plan. So resümierten wir heute auch schon teilweise das Erlebte.

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Auf die Einladung meiner Tochter warte ich noch🤷‍♀️

Dann musst du das mal geschickt in einem Gespräch fallen lassen. So hat es mein Papa gemacht und nun planen wir für nächstes Jahr den Südwesten.  8)

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17.10.2019
Der heutige Tag war im Grunde fast nur zum Fahren gedacht. Meinem Bruder ging es zwar etwas besser, richtig fit war er aber dennoch noch nicht. 
Mit Frühstück aus dem Aldi gegenüber im Bauch packten wir das Auto und machten uns auf den Heimweg, wobei ich jedoch zwei kleine Umwege eingebaut hatte. Zunächst fuhren wir noch einmal durch den Lincoln, um meiner Mama zumindest aus dem Auto heraus noch ein paar Blicke auf das nördliche Manhattan inklusive Central Park zu ermöglichen. Als Berliner bin ich viel gewähnt, fahre auch regelmäßig in andere Städten und Orten, aber hier war schon die Streckenführung spannend. Links abbiegen? Quasi unmöglich. Also: Three right make one left und schon steht die richtige Himmelsrichtung!
Das Fahren in den Straßenschluchten machte schon Spaß und so konnten wir uns gebührend von diesem Trubel verabschieden.

Aus der Stadt raus nutzten wir die I-95, die uns durch Connecticut und (durch den zweiten, geplanten Umweg) auch durch Rhode Island führte. Zwischendurch meldeten sich irgendwann sowohl bei uns als auch beim Auto der Durst. Die nächstgelegene Tankstelle war geschlossen, bis zur übernächsten waren es noch ein paar Meilen. An der dortigen Abfahrt versperrte uns dann die Polizei den Weg, weshalb ich dem Officer kurz unsere Situation schilderte. 
Dieser öffnete dann die Absperrung und wir durften die rund 600m zur Tankstelle auf der gesperrten Straße fahren. Für uns nicht nur sehr freundlich, sondern auch wichtig, denn die Reservelampe blinkte uns schon böse an.

Die übrige Fahrt verlief ruhig durch die schönen Landschaften der neuenglischen Bundesstaaten, Bilder haben wir aber den ganzen Tag keine gemacht. Ich war mit fahren beschäftigt, mein Bruder schlief und meine Mama unterhielt sich lieber mit mir, als Fotos zu machen. So kamen wir dann am späten Nachmittag wieder am Haus meines Bruders in Worcester an, luden ihn und seine Sachen aus und verabschiedeten uns nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken inklusive Kuchen von ihm.

Für die Nacht hatte ich uns in südlichen Teil Bostons einquartiert.


18.10.2019
Der Tag der Abreise. Der Tag, den man in keinem Urlaub erleben möchte. Der Tag, an dem die Gewissheit, dass man die USA wieder verlassen muss. Aber auch der Tag, an dem man sich wieder auf zu Hause und das eigene Bett freut. Und der Tag, an dem man die letzten Dollars auf den Kopf hauen kann.
Also fuhren wir nach dem Frühstück zunächst an den Pleasure Bay Beach, parkten das Auto dort und stiefelten ein wenig am Meer entlang bis hin zum Fort Independence. Das Wetter war zwar bewölkt und windig, aber trotzdem irgendwie schön.














Hier verbrachten wir eine gute Stunde, uns blieb aber noch immer ordentlich Zeit bis zum Rückflug, der um 19:04 Uhr abheben sollte. Deshalb verlängerten wir unseren Spaziergang auf die angrenzende Nachbarschaft und bestaunten noch einmal die schönen bunten Blätter, die auf den front porches stehenden Pakete diverser Zustelldienste und die eine oder andere bereits bestehende Halloween-Dekoration.










Nun fehlte es uns nur noch, unsere Portemonnaies von überflüssigen Geldscheinen zu befreien. Aus diesem Grund suchten wir den nächsten Target auf und füllten unseren Einkaufswagen mit allerlei Mitbring-Wünschen, Süßigkeiten und anderen Kleinigkeiten, bis auch die letzten Cents aufgebraucht waren.
So bepackt ging es noch einmal zurück ins Hotel, unsere Koffer abholen und umpacken, sowie ins Auto einladen. Nur eine winzig kleine Kleinigkeit hatte ich in unserer Planung übersehen: Der Weg zum Flughafen führte uns durch den Tunnel der I90 unter dem Boston Main Channel hindurch. Soweit kein Problem, wir haben beide glücklicherweise keine Platzangst oder andere Beklemmungszustände. Aber - und das ist ein sehr großes aber - die Rushhour hatte begonnen. Der Tunnel hat einen Fahrstreifen je Fahrtrichtung. Und die Zufahrt ist bei Stau wohl irgendwie limitiert. So ganz bekomme ich es heute nicht mehr zusammen, aber der Weg, für den ich 45 Minuten eingeplant hatte, kostete uns fast das doppelte.
Uns kam an dieser Stelle zu Gute, dass ich beim Fahren notfalls auch mal kreativ werden kann und mir auch eine Lücke im Verkehr schaffen kann, wo eigentlich keine ist. Dieses Verhalten mag ich überhaupt nicht, aber heute war das leider notwendig, denn trotz sehr großzügiger Puffer, die ich bei wichtigen Terminen (wie Langstreckenflügen) immer einbaue, kamen wir mit Abgabe des Autos, einchecken, Sicherheitskontrolle und Co quasi zum Boarding an unserem Gate an.
Diesen Stress hätte ich gerne vermieden.

Die letzte Herausforderung der Reise stellte dann der erneute Umstieg in Paris dar, doch entweder gab es hier eine neue Abkürzung oder wir haben anderweitig gezaubert, denn der sonst recht weite Weg innerhalb des T2 war heute in knapp 30 Minuten bewältigt, so dass wir ganz entspannt auf den Anschlussflug nach Berlin warten konnten. 

Was ich damals noch nicht wusste: Das war mein letzter Flug mit Landung am TXL - einen Flughafen, den ich heute ein wenig vermisse. Wohnorttechnisch ist der BER für mich mittlerweile um Längen besser, aber die kurzen Wege, die dezentralen Sicherheitskontrollen, der Flug über Berlin - es hatte schon etwas. Gestartet bin ich noch einmal von TXL, aber seit August 2020 zeigen alle meine Bordkarten nur noch den BER als Start oder Ziel an.



Fazit:
Meiner Mama haben die USA sehr gut gefallen, sie hat sich richtig wohl gefühlt. Auch mir hat dieser nordöstliche Teil viele schöne Bilder im Kopf beschert und ich würde noch einmal im Herbst in diese Gegend fliegen. Aber: Der Südwesten bietet meiner Meinung nach bedeutend mehr Abwechslung an, zumindest wenn man an das Postkarten-USA denkt. Im historischen Kontext und was Städte anbelangt, nehmen sich beide Gegenden wohl nicht all zu viel.
Für eine nächste Reise in den Nordosten würde ich aber gerne NYC auslassen und eher Washington, die Niagarafälle und die Küste in den Fokus rücken wollen. Diese Fahrt stand eben doch mehr unter dem Zeichen des Familienbesuchs.