Di, 07.04.
Unsanft reißt mich der Wecker aus dem Schlaf, mit zugekniffenen Augen mache ich mich im Bad fertig und ziehe die Klamotten an, die ich mir gestern Abend noch zurecht gelegt hatte. Die letzten Sachen fliegen ins den Koffer, das Sandwich wandert aus dem Kühlschrank ins Handgepäck und dann checke ich auch schon aus dem Hotel aus.
Der Weg zum Flughafen ist schnell bewältigt, das Auto kann ich einfach so in der Tiefgarage abstellen und werfe nur den Schlüssel in eine Schlüsselbox - Mitarbeiter sind noch keine zu sehen. Ob am anderen Ende wohl jemand genau auf mein Auto warten muss? Ich hoffe nicht, denn der muss erst mal durch eine Waschanlage:

Ab zum Checkin, der hat in der App weder gestern noch heute früh funktioniert. Am Schalter stellt sich auch direkt heraus, weshalb das so ist: Meine Buchung gibt es doppelt. Einmal bis Frankfurt, einmal bis Berlin. Berlin wäre mir aus naheliegenden Gründen deutlich lieber, aber ich bleibe tiefenentspannt. Auch von Frankfurt aus komme ich irgendwie nach Hause und besser ich habe zwei, als gar kein Ticket.
Mir tun nur die Menschen in der Schlage hinter mir leid, die sich in den gut 20 Minuten bildet, die meine Servicedame benötigt um mir meine Bordkarten auszustellen. Irgendwann ist es vollbracht: Mein Koffer rutscht über das Band und ich halte eine Bordkarte nach Seattle in der Hand. Dort solle ich mich dann an den Lufthansa-Schalter wenden, sie könne mir kein Ticket bis Berlin ausdrucken. Nun ja. Wird schon schief gehen.
Der Flug nach Seattle an sich ist unspektakulär, das Umsteigen dort schon deutlich spannender. Mit zwei U-Bahnen gelange ich von Terminal D nach Terminal S und finden mein Gate direkt. Das dortige Personal checkt mich dann auch für den Rückflug bis BER ein und so kann ich mir zwei Stunden Wartezeit mit einem letzten Burger auf US-Boden überbrücken.
Der A340 braucht gefühlt Stunden um überhaupt abzuheben, dafür liegt er für die komplette Strecke bis FRA absolut ruhig in der Luft. Die netten Stewardessen unterhalten sich während der ruhigen Nacht gerne mit mir und so vergeht die Zeit wie im Fluge. Frankfurt begrüßt mich mit Sonnenschein, aber auch auf einer Außenposition und so gondeln wir mit Bussen über das Vorfeld. Die Einreise als EU-Bürger ist kurz und schmerzlos, weshalb ich sehr schnell am Gate für Berlin sitze.
Irgendwann erreicht mich das Fluchen des Mitarbeiters am Gate, wenige Minuten vor Einstieg. Sinngemäß sagte er in sein Telefon: „Das könnt ihr doch nicht machen, die stehen schon alle bereit!“, aber doch, sie konnten. Also: Gatewechsel, weil das Flugzeug defekt ist. Im Entenmarsch wackeln alle Passagiere zum nächsten Gate, steigen die Treppen hinunter und gehen an Bord der Busse - ab zur nächsten Außenposition. Die Verspätung von 20 Minuten wollen die Piloten scheinbar wieder aufholen, selten habe ich einen so schnellen, steilen Start erlebt. Aber vielleicht hat sich das auch nur so angefühlt. Nach kurzen 50 Minuten Flugzeit rumpelt der A321 über die Startbahn Süd des BER - ich bin also wieder gut in heimatlichen Gefilden angekommen.
Mein Papa sammelt mich wieder ein, bringt mich zu meinem Auto und mir wird bewusst, dass ich dieses mit 60km Restreichweite dort habe stehen lassen. Aber die Geschichte, wie ich 160€ Diesel in einen normalen Kombi versenke erspare ich euch lieber…
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Für alle Interessierten hier meine Kostenaufstellung:
Kostenaufstellung:
Flüge: 860€
Mietwagen: 490€ (Alamo, Intermediate SUV, Allrad)
ESTA: 35€
Verpflegung, Tanken, Shoppen, Eintritte: 754,76€
Hotels: 860€
Aspen Suites Hotel Anchorage: 194€ für zwei Nächte
Talkeetna Inn: 85,62€ für eine Nacht
Aurora Denali Lodge: $128 für eine Nacht
Comfort Inn Fairbanks: 283,06€ für zwei Nächte
Wyndham Garden Anchorage: 197,60€ für zwei Nächte
In Summe komme ich also auf knappe 3000€ - ohne mich an irgendeiner Stelle selbst eingeschränkt zu haben. Wenn ich in den Urlaub fahre, dann schaue ich zwar schon nach ob die Tankstelle links günstiger ist als die rechts, aber im Restaurant achte ich nicht wirklich auf die Preise. Auch Eintritte in Museen oder ähnliches bezahle ich ohne groß nachzudenken - gerade, weil ich nicht so häufig wirklich in Urlaub fahre.
Als ich das alles eben so zusammengerecht habe, war ich dann aber doch erstaunt. Gerechnet hatte ich mit gut 3500€.
Als sehr günstig hat sich das Benzin erwiesen: Für gut 2200km habe ich keine 150€ bezahlt.