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Autor Thema: Der große Schritt über den kleinen Teich - wie Mama das erste Mal Amerika erlebt  (Gelesen 566 mal)

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Coach

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Ich weiß, es ist etwas spät. Und ich weiß auch, dass seit 2019 viel Wasser die Spree hinabgeflossen ist. Aber: Besser spät als nie - deshalb bekommt ihr jetzt mit viel Verspätung noch einen kleinen Reisebericht für das Jahr 2019 von mir.
Dieser handelt vom Nordosten der USA, u.a. Boston, Philadelphia und New York City.

02.10.2019

Aber weshalb kam es überhaupt dazu? Nun, mein kleiner Bruder hat beschlossen, dass er ein Auslandsjahr machen und sein Studium für ein Jahr am College of the Holy Cross in Worcester, MA fortsetzen möchte. Eigentlich wollte ich ihn dort ja gar nicht besuchen (habe ich mir zumindest eingeredet), aber meine mit leichter Flugangst belegte Mama wollte genau das ganz unbedingt. Ein Jahr ohne persönlichen Kontakt zum jüngsten Sohn war also Motivation genug dafür, sich doch mal wieder in ein Flugzeug zu bewegen und den festen Boden unter der Füßen für mehrere Stunden zu verlassen.
In der Planungsphase fragte sie mich dann, ob wir denn auch „mit diesem Doppeldecker da“ fliegen würden - gemeint war natürlich der A380 aus dem Hause Airbus. Also habe ich meine beliebteste Flugsuchmaschine angeschmissen und fand tatsächlich für nur geringen Aufpreis (aber auf Kosten eines zweiten Umstiegs) eine Verbindung von Berlin nach Dallas.
Dallas? Seit wann liegt das denn in Neuengland? Nun, gar nicht. Aber wenn man nun schon mal den Hüpfer über den Teich wagt, dann kann man ja auch gleich mal den Neffen / Cousin in seiner Heimat bei Dallas besuchen gehen. Und so begab es sich, dass sich das Reisegespann aus Mutter und Sohn am 01.10. des Jahres gegen 8 Uhr am Flughafen Tegel wiederfanden.
Pünktlich bestiegen wir das Flugzeug nach Paris und beinahe ebenso pünktlich landeten wir am so beliebten Pariser Flughafen Charles de Gaulle. Das Umsteigen klappte hier wunderbar und Mama fiel beim Anblick des riesigen Vogels, der uns über den Atlantik bringen sollte beinahe die Kinnlade herunter.


Der A380 der Air France in Paris

Die rund 9,5 Stunden an Bord vergingen dank des Bord-Entertainments, dem Essen und etwas dösen wie im Flug, meine Mama verbrachte ungefähr 90% der Zeit in der Luft ausschließlich vor der Anzeige, wo wir uns gerade so befinden.
Schließlich setze uns die Air France sehr sanft auf dem Atlanta Hartsfield-Jackson auf und wir konnten nach der recht zügigen Imigration mit dem vollautomatischen Zug zu unserem nächsten Gate fahren. Die 2,5 Stunden, die wir zum Umsteigen mitbrachten, reichten auch absolut aus. Den kleinen Hüpfer zum DFW ins Zentrum des Metroplexes aus Dallas, Fort Worth und diversen weiteren kleineren Städten verlief ohne weiteren Zwischenfall, weshalb wir gegen 22:00 Uhr Ortszeit vor der Choiceline unseres Mietwagenanbieters standen. Hier erwartete uns der gebuchte Chevrolet Silverado - ein Auto, womit man in Texas definitiv unter dem Radar fliegt. Der Pickup brachte uns dann mit einem kleinen Umweg über einen Target direkt zu unserer Unterkunft in Garland, unweit des Flughafens. Bis zu meinem Cousin wollten wir an diesem Tag nicht mehr fahren.


Unser Kleinwagen für Texas

Coach

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Und weil es so lange her ist, gibt es den zweiten Tag gleich hinterher. Der erste war ja eh nur Anreise...

03.10.2029
Jetlag-geplagt fiel die Nacht recht kurz aus, aber das ist auf Reisen ja eher selten ein Problem, sondern bietet nur Chancen, mehr vom Tag sinnvoller als mit Schlaf zu verbringen. Also stärkten wir uns kurz am eher überschaubaren Frühstücksbuffet und machten uns nach dem Auschecken schnell auf den Weg in Richtung Downtown Dallas.
Hier konnte ich meiner Mama ein bisschen was zeigen: Zielsicher parkte ich das Auto an einer Stelle, an der ich schon einmal geparkt hatte und wir stiegen in eine der kostenlosen Trams ein, um uns näher in Richtung Zentrum gondeln zu lassen.


Eine der kostenfreien, alten Trams

Dort angekommen spazierten wir durch die Häuserschluchten, liefen an der Heimat von Dirk Nowitzki’s Dallas Mavericks vorbei und stellten fest, dass Luka Doncic hier mittlerweile auch im Stadtbild das Team vollkommen übernommen hatte.


Na Halleluka!

Vorbei am Book Depository, der Elm Street, dem Founders Plaza und dem Dallas Museum of Art verbrachten wir den kompletten Vormittag schlendernd im tollen Herbstwetter. Erst gegen 14 Uhr brachen wir dann auf in Richtung White Settlement, denn es sollte gleich am ersten Tag ein vernünftiges Essen zum Mittag geben. Und was ist da in Texas besser geeignet als Angelo’s Bar-B-Que? Am Tresen orderte ich für mich eine gute Portion der verschiedensten Spezialitäten und versucht mit Hilfe der sehr netten Verkäuferin einen Sample-Platter für meine Mama zu organisieren - was auch wunderbar funktionierte. So gestärkt hätte ich es sicherlich auch mit dem Wächter am Eingang aufnehmen können, wäre mir nicht das bekannt Suppenkoma dazwischen gekommen.


Bärenhunger? Bärig gut?

Auch meiner Mama hat es sehr gut geschmeckt und pappsatt war sie obendrein auch noch. Also konnten wir uns nun ruhigen gewissen mitten ins texanische Nichts begeben, hat mein Cousin doch vor einiger Zeit ein neues Haus in einer Gegend erworben, in dem man mit dem Auto zum nächsten Nachbarn fahren kann. Unweit des Weltstädtchens Springtown wurden wir dann am frühen Abend freundlich empfangen und bekamen als Zeichen des herzlichen Wiedersehens direkt Brisket aus dem Smoker. Endlich mal wieder gutes BBQ!

Den Abend verbrachten wir recht unspektakulär mit vielen Erzählungen und dem Anprobieren von Mittelaltermode, denn mein Cousin wollte zumindest meine Mama am nächsten Tag nach Oklahoma auf ein Mittelalterfest mitnehmen.

Coach

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Am heutigen Tage ging es für meine Mama schon sehr früh weg, bis Oklahoma ist ja eine kleine Ecke.
Ich hingegen konnte etwas länger schlafen und nahm mir für heute anderes vor: Bei 32° ging es zum Texas Motor Speedway, auf dem allerdings gerade mal kein Rennen stattfand. Eine Besichtigung von innen hatte ich nicht geplant, für mich war das auch eher nur etwas, was eh zufällig in der Nähe war. Denn mein eigentliches Ziel bestand darin, Geld an den Mann zu bringen. Genau genommen an zwei verschiedenen Orten: Zunächst konnte ich bei DXL (einer Kette für Menschen die in mindestens zwei Dimensionen deutlich mehr als der Durchschnitt mitbringen) und Buc-ee’s alles mitnehmen, weshalb ich dort war. Neben T-Shirts landeten auch die berühmten „Beaver Nuggets“ der Tankstellenkette auf der Rückbank des Pick-Ups.



Den Nachmittag verbrachte ich dann eher etwas ländlicher:




Fast wir auf der Arbeit: Nur Esel...


Unterdessen konnten mein Cousin und meine Mama sich endlich mal wieder länger austauschen, auf dem Mittelalterfest wurde sie mit beinahe königlichen Ehren empfangen. Schließlich kam sie ja extra aus dem fernen Germanien angereist! Ein wenig bedauerte ich dann doch, dass ich nicht mitgefahren war, wenn ich den Erzählungen der beiden so lauschte. 
Doch möchte ich mich nicht beschweren, mein Tag war für mich auch sehr erholsam und erfolgreich. Nur meinen nächsten Kombi habe ich dann doch nicht gekauft, obwohl er mir durchaus gut gefallen hat.


Ich mag ja diese alten Kisten. Und die Weißwandreifen!


Nach Rückkehr der Zeitreisenden beratschlagten wir uns kurz, wie wir abends eigentlich satt werden wollten. Der Vorschlag meines Cousins fand breite Zustimmung und so setzten wir uns in den Pick-Up und fuhren in die Nähe der ehemaligen Uni meines Cousins, wo sich das Texas de Brazil befand. Gutes Fleisch, frische Salate, leckere Getränke und eine tolle Unterhaltung machten dieses Rodizio zu einem der kulinarischen Highlights in diesem Urlaub.

Nach dem Essen waren wir eigentlich viel zu voll um uns noch zu bewegen, aber so ein kurzer Spaziergang am Trinity River, der ganz in der Nähe vorbeifloß, musste dann doch noch sein. Mit Einbruch der Dunkelheit ging es für die Gesellschaft dann wieder raus aus Fort Worth, in Richtung Bett. Die gute Stunde Fahrt war an sich angenehm, allerdings durften wir auch den Grund für bereits zwei verunfallte Autos meines Cousins beobachten. 
Ganz nahe der dörflichen Nebenstraßen ließen sich immer mal wieder Rehe beobachten, weshalb ich deutlich aufmerksamer als sonst wohl üblich fuhr.


Süß, aber nachts echt gefährlich



Jetzt brat mir doch einer 'nen Storch. Gestern wollte ich den Beitrag hochladen, es wurden die Bilder aber nicht gefunden. Heute fehlen welche vom gestrigen Tag - auf dem hoster sind aber noch alle da. Hat jemand Ideen?

partybombe

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Ich bin mal zugestiegen 🙋‍♀️


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Die kommenden drei Tage fasse ich mal in einem Post zusammen:

05. und 06.10.2019
Diese beiden Tagen standen voll im Zeichen der Erholung sowie der Tiere. Zwischen Klimaanlage im Wohnzimmer, überdachter Terrasse und Pool bewegten wir uns hin und her, mussten uns ausgiebig um die Hunde (2 an der Zahl), Katzen (4 Stück), Pferde und Esel (jeweils 2) kümmern. Alle werden sonst natürlich nie gefüttert oder gekrault, gestriegelt und gestreichelt, weshalb sie das bei uns um so mehr einforderten. Für uns Entspannung pur, nebenbei gab es kühle Getränke und viel Austausch, bevor dann abends noch ein anderes Tier im Mittelpunkt stand: Es war noch „etwas“ vom Brisket übrig.


Einer der Hunde und der Schreiberling...


Jane ist als Kitten auf den Kopf gefallen und deshal leicht behindert, aber sehr goldig


Auch Achtbeinige Mitbewohner gibt es in Massen


Abendessen

07.10.2019
Der Montag sollte wieder etwas bewegungsreicher werden, außerdem hat meine Mama noch nicht genug von Texas gesehen. Also schwingen wir uns wieder ins Auto und fahren nach Fort Worth, zu den Stockyards.
Bilder habe ich dort dieses Jahr gar nicht gemacht, sondern nur die Atmosphäre auf mich wirken lassen. Wer unbedingt Bilder braucht findet diese (hoffentlich noch) in einem meiner älteren Berichte, bei anderen Texas-Reisenden oder notfalls auch im Internet. Viel Neues konnte ich für mich nicht mehr entdecken, doch ein paar kleine Souvenirs (wie beispielsweise smoked salt) fanden den Weg über die Ladentheke zu mir.

Das Wetter war uns wohl gesonnen und so schlenderten wir sicherlich 3 Stunden durch die verschiedenen kleinen Shops, über den Bahnübergang und die vielen Stallungen, bis und der Hunger in eines der Restaurants vor Ort trieb.
Mit dieser Pause und somit neuer Energie machten wir uns auf den Rückweg, denn wir wollten noch dem Fort Worth Nature Center & Refuge einen Besuch abstatten.

Dieser Besuch lohnte sich absolut, noch heute schwärmt meine Mama von diesem Besuch und will unbedingt mal wieder dort hin. Doch erst einmal stehen auch für mich andere Dinge auf dem Programm (Alaska gibt es ja bereits als Bericht, nächstes Jahr plane ich gerade eine Tour durch den Südwesten mit meinem Papa,…). 
Zurück zur Natur Texas’: Auf unserem Spaziergang durch das Gelände begegnen uns alle möglichen kleinen und größeren Tiere:


Ein Armadillo


Auch gepanzert, aber doch ein anderes Tier


Hier gab es sicher genug Futter für dieses Federvieh

Aber auch die Landschaft ist nicht von schlechten Eltern!


Hier kann man es gut aushalten

Im Park verbringen wir sicherlich 4 Stunden, wobei wir auch dem Hardwicke Interpretive Visitor Center einen Besuch abstatten. Interessiert lesen wir hier einige Informationen zu Flora und Fauna der näheren Umgebung. 
Einziges Manko: Nicht ein einziger Bison und kein Alligator verirrt sich vor unsere Kamera. Diesen „kleinen“ (1465 Hektar) Park würden wir auf jeden Fall wieder besuchen. Mir haben es vor allem die Armadillos, die Gürteltiere angetan. Das sind einfach zu putzige kleine Tierchen, deren Panzer viel zu groß wirkt.

Den Abend vor dem Abschied (wir müssen ja noch zu meinem Bruder in Richtung Neuengland…) lassen wir auf der Terrasse ausklingen und werden mit einem herrlichen Sonnenuntergang verabschiedet.


Ein schöner Abschiedsgruß

usa-rookie

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Ich lese auch mit... außer Dallas kenne ich glaub keines Deiner Ziele :)

LG Romy

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Kein Wunder, Romy - du bist ja auch ein USA-Rookie!  :P

(Wann geht es denn bei dir weiter? Ich muss mir noch Inspiration für nächstes Jahr suchen, wenn ich mit meinem Papa zumindest für einen vollen Tag und zwei Nächte in "deiner" Stadt unterwegs bin...

Coach

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08.10.2019

Bei der groben Planung dieses kleinen Ausfluges über den großen Teich schlug meine Mama mir vor, dass wir doch mit dem Auto von Dallas nach Boston fahren könnten. Alleine diese Aussage zeigt, wie sehr viele Menschen die Dimensionen dieses Landes unterschätzen. An sich hätte ich durchaus einmal Lust dazu, das Land von West nach Ost, Ost nach West und Nord nach Süd zu durchqueren, denn ich glaube, dass jeder Bundesstaat seine ganz eigenen Reize hat. Was genau das jeweils ist, liegt sicherlich auch im Auge des Betrachters.
Doch für diesen Urlaub habe ich ihr kurz erklärt, dass das ungefähr der Strecke Lissabon - Kopenhagen entspricht und wir demnach gute 4 Tage (Minimum!) nur fahren würden. Also gaben wir heute früh den Silverado wieder ab und bestiegen den American Airlines Flug nach Boston Logan. In rund 3:45h näherten wir uns so unserem eigentlichen Ziel, doch zunächst standen wir wieder vor einer Choiceline. Leider fand ich hier kein so wirklich tolles Auto, auf das ich wirklich Lust hatte, weshalb wir nach etwas Überlegung mit einem recht neuen Nissan Rogue vom Parkplatz rollten.

Der erste Weg damit führte zu unserem Hotel wo wir unser Gepäck abluden und uns dann direkt wieder auf den Weg machten. In der näheren Umgebung im westlichen Teil Bostons spazierten wir ein wenig durch die Straßen, und landeten schließlich in einer kleinen Pizzeria um dort unser Abendessen einzunehmen.



09.10.2019
Das Frühstück im Hotel stärkte uns an diesem Morgen sehr gut, bevor es auf den wieder etwas längeren Tag zu ging. Als erstes Stand Boston auf unserem Tourenplan, genauer gesagt die Ecken North End und Waterfront. Also ab ins Auto - die Koffer konnten wir im Hotel lassen und später abholen.

Einen einigermaßen bezahlbaren Parkplatz fanden wir am Lewis Wharf, von wo aus wir durch den Christopher Columbus Waterfront Park und die Atlantik Avenue zum Boston Tea Party Museum liefen. Unterwegs war das Wetter recht bewölkt, was nach der Dauersonne Texas’ eine willkommene Abwechslung darstellte.


...here we go!


Boston im grauen Wetter...






...lässt sich auch gut erlaufen


am Wasser ist immer schön




Braucht noch jemand Tee?

Auf dem Rückweg fasste ich dann den Entschluss, nun in Boston endlich mal eine Clam Chowder zu essen und es dauerte nicht lange, bis wir ein entsprechendes Restaurant fanden.
Während ich die warme Suppe aß, gab es für meine Mama nur einen Kaffee und ein Stück Kuchen.


Das tat richtig gut!

Anschließend spazierten wir noch etwas durch North End, bis die Zeit für den Aufbruch gekommen war. Gegen 15 Uhr kamen wir dann endlich wieder in Berlin an. Der Herbst zeigte sich hier schon in herrlichen Farben!


Berlin, Berlin, wir sind jetzt in Berlin!


Mit etwas mehr Sonne wären die Farben sicherlich noch beeindruckender, als sie eh schon waren.


Ein schöner kleiner Spaziergang am Wasser...


... tat sehr gut.

Nun, glücklicherweise gibt es auf diesem Erdenrund nicht nur ein Berlin und wir konnten den Weg nach einem kurzen Fotostop fortsetzen. Knappe 30 Minuten später war es dann so weit: Der verlorene Sohn und Bruder konnte wieder in die Arme genommen werden. Gemeinsam aßen wir zu Abend bevor meine Mama und ich im Spark by Hilton Northborough eincheckten. Wir brachten jeder unser Gepäck aufs Zimmer und dann ging ich noch einmal kurz zu ihr rüber, um eine Runde Karten zu spielen. 
Irgendwann fielen die Augen beinahe zu, weshalb mich mein Bett rief. Doch: Es rief vergeblich, denn ich kam partout nicht mehr in mein Zimmer. An der Rezeption tauschte man flugs meine Karte aus, doch auch mit dem neu codierten Schlüssel ging genau gar nichts. Also sofort wieder zurück zum Empfang und um Hilfe gefragt.
Doch auch der nette Herr vom Empfang konnte das Problem mit dem Schloss nicht lösen und bat mir ein neues Zimmer an. Das hätte ich an sich auch angenommen, jedoch stand ja mein Hab und Gut hinter eben genau dieser Tür, das wollte ich dann doch nicht sich selbst überlassen. Also wurde kurzerhand ein Techniker herbeigerufen, der dann über den Parkplatz in mein Zimmer einbrach.


Hilfe, Einbrecher!

Von innen konnte die Tür davon überzeugt werden sich zu öffnen, ein neues Schloss wurde eingesetzt und dann durfte auch ich an meiner Matratze horchen. Irgendwie war ich am nächsten Morgen dann doch froh, nur zwei Nächte in diesem Hotel gebucht zu haben.

partybombe

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👏In der Tat fehlt ein wenig das Sonnenlicht, damit würden die Fotos noch ein wenig plastischer wirken; und trotzdem genieße ich deinen Bericht sehr👏

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10.10.2019
Zum Frühstück hatten wir uns für diesen Morgen mit meinem Bruder verabredet, der gemeinsam mit 5 anderen Austauschstudenten ein eigenes Haus zur Verfügung hatte. Nach kurzer Fahrt trafen wir bei ihm ein, stärkten uns ein wenig und überließen ihm die weitere Tagesplanung.
Im Grunde sahen wir uns an diesem Tag „nur“ den Campus und die nähere Umgebung an, dennoch hatten wir am Abend weit mehr als 10.000 Schritte auf dem Handy zu stehen.

Ich hatte keinerlei Idee, wie Worcester topographisch liegt - allen, denen das ähnlich geht könnte das folgende Bild weiterhelfen:


Worcester oder doch San Francisco?

Das College selbst thront auf einem Hügel über der Stadt und ähnelt eher einem Schloß mit einigen Nebengebäuden, wir haben uns auf Anhieb sehr wohl gefühlt.


Auf dem Campus




leider etwas trüb



Mein Bruder zeigte uns alle möglichen Räume, in denen er entweder selbst Seminare als Student besuchte, aber auch sein „Lehrerzimmer“, welches er sich mit anderen „Foreign Language Assistants“ teilte. Das Mittagessen nahmen wir natürlich stilecht in der großen Mensa ein, wobei wir hier für ca. $10 / Person ein absolut reichhaltiges Buffet plündern durften.

Am Nachmittag besuchten wir dann noch eine Unterrichtsstunde, die mein Bruder auf deutsch gab. Für ihn als angehenden Lehrer eine gute Übung und für die Studenten die Möglichkeit, gleich mit drei Muttersprachlern in den Austausch zu gehen.
Im Anschluss werden wir noch in die Radiostation des Colleges geführt, wo die Studenten ihren eigenen (frei empfangsbaren) Radiosender betreiben. Auch mein Bruder hat hier seinen eigenen Beitrag leisten dürfen in dem er eine Stunde lang über Deutschland und vor allem dessen Kultur berichten durfte. Im Interview erklärte er vor allem die Unterschiede im Bildungswesen, aber auch der zwischenmenschliche Umgang und die vollkommen andere politische Struktur kamen zur Sprache.

Ich selbst habe schon in Texas mehrere Colleges besucht (auf meinem allerersten Trip in die Staaten, vielleicht schreibe ich dazu auch noch mal etwas…) und bin daher die Größe und vor allem auch Ausstattung einigermaßen „gewöhnt“, doch von einem eigenen Radiosender hatte ich bislang auch nicht gehört.

Auch, wenn wir an diesem Tage nicht so viel erliefen, fiellen wir nach einem tollen Sonnenuntergang erschöpft ins Bett.


Endlich mal wieder Sonne!



11.10.2019
Den 11.10. kann ich hier gleich noch mit anhängen, denn auch diesen Tag verbrachten wir beinahe ausschließlich auf dem Campus. Dieser beeindruckt mit einer schönen Sporthall ganz oben auf dem Hügel, welcher einen tollen Ausblick auf die Stadt und die umliegenden Wälder bietet. Leider war es an diesem Tag sehr diesig, weshalb man wenig davon mitbekam.


Herr Cousy


Ich mag die College-Basketball-Hallen!


Ach, das Wetter... Aber es ist eben Herbst, da kann man nicht immer eitel Sonnenschein erwarten.

Nachmittags spielten wir dann bei meinem Bruder noch etwas Karten und guckten uns seine Urlaubsbilder an, denn er war kurz zu vor an den Niagarafällen. Ein Ort, der auch bei mir noch auf der bucketlist steht, auf diesem Trip aber zeitlich einfach nicht mehr reingepasst hätte.

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👏In der Tat fehlt ein wenig das Sonnenlicht, damit würden die Fotos noch ein wenig plastischer wirken; und trotzdem genieße ich deinen Bericht sehr👏

Ja, das hat uns auch immer mal gefehlt. Aber wenn man im Herbst verreist, dann muss man auch Herbstwetter akzeptieren... Und letztlich ist das nur für die Bilder doof, für uns als Familie ging es mehr um die gemeinsame Zeit.
Außerdem darf ich schon mal spoilern: Die Sonnenbrille habe ich nicht umsonst eingepackt!

usa-rookie

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Sehr interesssant... bei mir steht Neuengland auch noch auf der Liste.. Und die Bilder vom Campus finde ich auch interessant. Käme ich doch als 08/15-Tourist niemals auf die Idee dort auf Besichtigungstour zu gehen..

Freue mich auf deine Fortsetzung.

LG Romy

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Käme ich doch als 08/15-Tourist niemals auf die Idee dort auf Besichtigungstour zu gehen.

Ja, das sind in der Tat Dinge, die man nur dann macht, wenn man einen speziellen Grund dafür hat. An sich ist das ja aber alles öffentlich, man kann das also ohne Probleme einfach reinspazieren.

Neuengland an sich fand ich im Herbst toll - viele bunte Blätter und für mein Gefühl nicht so viele Touristen. Zumindest mal abseits der großen Städte.

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12.10.2019
Der heutige Tag startet für uns drei recht früh, wollen wir doch etwas Strecke machen und vor allem zwei für mich besonders große Highlights mitnehmen.

Zunächst führt uns der Weg von Worcester nach Springfield, 80km in Richtung Westen. Was uns ausgerechnet in dieses kleine Kaff verschlägt? Dafür müsste ich ein wenig ausholen. Unsere komplette Familie besteht aus Basketballern (und aus Mama). Wir alle lieben diesen Sport, sind wortwörtlich damit aufgewachsen und der daheimgebliebene Bruder verdient seine Brötchen ausschließlich mit dem orangenen Leder. Und wie es der Zufall eben so will, hat man vor langen Jahren hier an dem Ort, an dem Dr. James Naismith im Dezember 1891 den ersten Vorläufer des modernen Basketballs erfand, die Hall of Fame errichtet.
Wenn man nun also so sehr in der Nähe ist, dann ist das ein für uns zwei Brüder ein absoluter Pflichtbesuch. Glücklicherweise mag auch Mama den Sport sehr gerne und kennt daher zumindest viele der hier so geehrten Spieler.


Das gilt sicherlich auch für viele andere Sportarten.


Ein absolut ikonisches Zitat.


Mit runden 2m bin ich nun wahrlich nicht winzig, aber zwischen den Giganten dann doch eher klein.

Wir verbrachten hier sicherlich 3 Stunden und es entstanden unzählige schöne Erinnerungen. Neben den vielen Exponaten, Bildern, Videos und Zitaten gab es auch mehrere interaktive Elemente. So konnten wir unsere Fußgrößen mit denen von Shaquille O’Neal abgleichen, prüfen ob Kevin Durant eine größere Armspannweite hat und vor allem durften wir die verschiedenen Korbanlagen testen. Irgendwann hatten wir dann aber doch Mitleid mit Mama und brachen auf in Richtung Mittagessen.
Hierfür hatten wir uns auf ein Golden Corral irgendwo im Bundesstaat New York geeinigt. Von Golden Corral bin jedes Mal aufs Neue enttäuscht und begeistert zu gleich. Auf der einen Seite gibt es eine wirklich riesige Auswahl am Buffet und die Preise sind dafür absolut fair, auf der anderen Seite habe ich jedes Mal das Gefühl, eher in einer Uni-Mensa zu essen. Das Gemüse ist in der Regel eher verkocht, es ist laut und voll - in Summe versuche ich es dennoch einmal pro Urlaub mitzunehmen.

Vollkommen satt ging es nach dem Nachtisch wieder auf die Straße, denn der dritte Bundesstaat für heute wollte noch erreicht werden: Pennsylvania.


Bitte 3x hintereinander schnell vorlesen

Kurz vor dem Abflug hatte ich den Dokumentarfilm „Hiwwe wie Driwwe - Pfälzisch in Amerika“ gesehen, an dessen Entstehung ein über drei Ecken bekannter Mensch beteiligt war. Da mein Papa Pfälzer ist und unsere Großeltern uns viel in den Pfälzerwald mitgenommen hatten, verstehe auch ich diesen Dialekt recht gut. Von daher war es sehr spannend zu sehen, dass eine ganze Gruppe Auswanderer eben jenen Dialekt in einem größeren Bereich von Pennsylvania etablierten und dieser teilweise noch heute dort gesprochen wird. Für viele Worte, die zu Zeiten der Auswanderung im Pfälzischen noch nicht belegt waren, wurden dann einfach neue Worte logisch eingebaut. So ist der Fernseher im Pennsylvania Dutch, wie sich der Akzent drüben nennt, simpel der „Guckkaschde“, also der Guck-Kasten.
Leider begegnete uns während des kurzen Aufenthalts in einer der im Film erwähnten Städte Kutztown („Kutzeschtettel“) niemand, der des Dialekts mächtig war.

Wir verbrachten gute zwei Stunden in diesem kleinen Ort, spazierten durch die schönen Parks und Nebenstraßen und freuten uns über die vielen kleinen Hinweise auf die Pfälzer Vorfahren.


Da fühlte ich mich wie ein richtiger Schnickelfritz


Park in Kutztown


Impressionen...


... aus ...


... Kutztown

Die Nacht verbrachten wir dann auch in diesem kleinen, aber sehr schnuckeligen Städtchen. Wer mal in der Nähe ist und pfälzisch spricht, kann ja sein Glück einmal versuchen.