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Autor Thema: 'n büsschen kalt, nech? - Alaska - 2026  (Gelesen 602 mal)

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Antw: 'n büsschen kalt, nech? - Alaska - 2026
« Antwort #15 am: 05.05.2026, 10:47 Uhr »
Dann musst du aber noch mal ganz genau hinsehen.  8)
Dann wird es wohl ein PM-only gewesen sein, die sehe ich nicht.  :(
Aber wenn das Deine Hand ist, hab ich Dich zumindest in Anchorage aufgespürt...  8)

🤫
Aber ja, es ist gut möglich, dass das ein Premium war. Die paar Euros im Jahr zahle ich gerne, ist ja ein tolles Hobby. 😄

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Antw: 'n büsschen kalt, nech? - Alaska - 2026
« Antwort #16 am: 06.05.2026, 08:13 Uhr »
Do, 02.04.
Heute früh werde ich durch die Sonne geweckt, die sich langsam aber sicher erhebt und von den Bergen reflektiert. Frühstück hatte ich hier nicht mit im Preis inbegriffen und so bin ich abermals froh, dass ich mich gut mit Vorräten eingedeckt habe.
Ein Bagel und eine Banane stärken mich, Kaffee brauche ich glücklicherweise keinen und so bin ich dennoch recht schnell wach und gesättigt.
Kurz laufe ich noch zur Post um einen Umschlag für einen Brief in die Heimat zu erstehen und fahren dann in südlicher Richtung los. In Y tanke ich erstmalig das Auto und freue mich über günstige 0,80€ / Liter, während mich der Liter Diesel in der Heimat zu diesem Zeitpunkt eher 2,40€ kosten würde. 
Von hier aus fahre ich wieder den Highway 3, den Parks Highway in Richtung Norden - dieses Mal nur westlich des Susitna Rivers. Die Landschaft fasziniert mich zusehends und zieht mich absolut in ihren Bann, so dass mir nicht einmal auffällt, dass das Radio keine Musik mehr spielt - es gibt hier schlicht keine Radiosender mehr. Beruflich habe ich viel mit Menschen zu tun, weshalb ich im Urlaub gerne in Gegenden unterwegs bin, in denen ich möglichst wenig Personen begegne. Es bestätigt sich hier schnell, dass Alaska das dafür absolut richtige Ziel ist:


So stelle ich mir meinen Urlaub vor!

Einige Meilen weiter nördlich verlasse ich den Highway und winde mich wenige Serpentinen hinauf zum Curry Ridge Trail. Als einziges Auto parke ich meinen Jeep auf dem Parkplatz, verzichte ausnahmsweise auf das Ziehen eines Parktickets und mache mich zu Fuß auf den frisch gespurten Weg. Das Knirschen des Schnees unter meinen Schuhen ist lange Zeit das einzige Geräusch das mich begleitet und so genieße ich die gleißende Sonne in der absoluten Einsamkeit.
Von dieser leicht erhöhten Position aus ist der Blick auf das Denali-Massiv grandios, obwohl sich die Bäume regelmäßig darum bemühen, den Ausblick zu erschweren.


Der Anblick der Berge fasziniert mich immer wieder

Nach einer guten Stunde besteige ich mein Auto wieder und taste mich langsam und vor allem sehr, sehr vorsichtig die Straße wieder nach unten. „Straße“ ist an der Stelle schon beinahe übertrieben, obwohl der Asphalt unter der Eisschicht gut in Schuss zu sein scheint. Dennoch erscheint mit Schrittgeschwindigkeit schon beinahe zu schnell, denn hier wurde weder geräumt (was sonst auf fast allen Hauptstraßen der Fall war) noch lag hier festgefahrener, griffiger Schnee - hier lag das blanke, spiegelglatte Eis. Und wie wir alle Wissen hilft Allrad zwar beim positiven, nicht aber beim negativen Beschleunigen.
Die Aussichten beim Fahren entschädigen aber für die Mühen - wenn ich könnte, würde ich alle Bilder mit meinem Augen filmen, abspeichern und für alle sichtbar machen. So muss ich mit den Aufnahmen meines Handys, sowie meinen eigenen Erinnerungen vorlieb nehmen.
Runde 50 Minuten weiter nördlich stoppe ich wieder, dieses Mal östlich vom Mount McKinley.


Eine tolle Gegend hier!


Der Beweis: Man hört auch mal ein anderes Auto als nur meins

Hier treffe ich erstmalig wieder auf Menschen, ein anderes Touristenpaar stoppt ebenfalls und genießt kurz die Aussicht. Wir lassen uns jedoch gegenseitig unsere Ruhe und so fahren die beiden recht schnell wieder weiter. Ich sauge noch etwas die Natur in mir auf bevor auch ich wieder in das beheizte Auto steige. 
Die Landschaft wird nun zusehends flacher, zumindest in der unmittelbaren Umgebung. Die schier unendlichen Schneemassen und die Berge in der Ferne begeistern mich absolut und ich fühle mich so entspannt wie selten zu vor.


Für mich einer der tollsten Fahrmomente in Alaska

Den Eingang zum Denali National Park lasse ich im wahrsten Wortsinne zunächst links liegen, denn ich fahre zunächst (bewusst) daran vorbei. Ich möchte gerne erst in Healy in meiner Unterkunft einchecken und mein Auto leer machen, bevor ich mich auf eine kleine Wanderung einlassen.


Kurz hinter dem Eingang zum Denali NP

Die Aurora Denali Lodge ist beinahe schon ein größeres Hotel, mein Zimmer befindet sich in dem Gebäude gegenüber der Rezeption. Hier lade ich nur schnell mein Gepäck aus und mache mich dann auf den Weg zum Mittagessen, welches ich im Totem cafe and pub einnehme. Auch hier teile ich mir den Raum nur mit einem weiteren Paar und genieße so meinen wirklich leckeren Burger ganz alleine für mich.


Meine Unterkunft für die nächste Nacht

Am Denali National Park angekommen bin ich doch überrascht, wie wenig hier außerhalb der Saison möglich ist. Dass der Park geschlossen ist (und auch den Sommer über wohl bleibt, es gab einen Geröllabgang auf dem Hauptweg) war mir bewusst, aber selbst das Visitor Center ist verriegelt und verrammelt. Nur das Murie Science and Learning Center hat seine Türen für Besucher geöffnet, bietet aber recht wenig an frei zugänglichen Informationen.
So beschließe ich für mich, zumindest ein bisschen durch die Gegen zu wandern und entschließe mich für den Horseshoe Lake Trail. Landschaftlich macht das schon einiges her und ich freue mich an den schneebedeckten Hängen, dem Blick auf die zugefrorenen Seen und den winterlichen Waldlandschaften. 
Unterwegs begegnen mir zwar keine Tiere, ich finde aber mehrmals eindeutige Hinterlassenschaften von Elchen und einen Pfotenabdruck, bei dem ich mir unsicher bin ob er nicht doch von einem Bären stammt.


Danke, lieber Wettergott


In der Nähe des Parkeingangs


Und, war es ein Bär? Oder haben wir hier Menschen unter uns, die mir das Tier verraten können?

Anschließend fahre ich zurück nach Healy, gehe im dortigen „Three Bears“ meine Vorräte auffüllen und esse im Hotelzimmer zu Abend. Erneut fallen mir sehr früh die Augen zu.

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Antw: 'n büsschen kalt, nech? - Alaska - 2026
« Antwort #17 am: 07.05.2026, 08:22 Uhr »
Fr. 03.04.

Erneut weckt mich die Sonne aus dem Schlaf und ich bin kein bisschen traurig darüber, denn so bleibt mir viel Zeit für den Tag. Das Hotel stellt jedem Gast einen Frühstücksteller in den Kühlschrank, weshalb ich mich an keinerlei vorbestimmte Zeiten halten muss.
Zugegeben: Wirklich üppig ist das vorbereitetet nicht, weshalb ich es durch meine eigenen Sachen entsprechend ergänze, aber es ist auch irgendwo typisch amerikanisch.


Hmmm, endlich mal ein ausreichend üppiges Frühstück

Die Sonne lacht mich an, als ich nur im Pullover bekleidet den Koffer ins Auto wuchte, dennoch entscheide ich mich dazu, die übrigen Dinge nur mit dicker Winterjacke einzuladen. -21°C zeigt das Thermometer heute früh an - es fühlt sich auch ziemlich kalt an, aber nicht so sehr, wie es die Temperaturen vorgehen. Auch muss ich mein Auto nicht von einer Eisschicht befreien, denn es ist nach wie vor sehr trocken.
Fairbanks ist heute mein Etappenziel und so mache ich mich erneut auf dem Highway 3 auf in Richtung Norden. Vorbei an wunderbaren Landschaften, die einen sehr weiten Fernblick ermöglichen, geht es über die „Jack Coghill Bridge to the interior“ über den Nenana River.


Endlose Weite und viel Sonne

Kurz werde ich sehr neugierig, denn ich passiere die „Clear Space Force Station“ und frage mich, ob ich nun im Raumschiff Enterprise unterwegs sein müsste. Eine kurze Googlesuche sagt mir, dass es sich hier tatsächlich um den Weltraum handelt - die Aufgabe sei der Schutz nationaler Interessen im Weltraum sowie die Abwehr von Bedrohungen aus dem All. Nun ja, man lernt schließlich nie aus.
Für mich geht es ganz irdisch weiter auf der Straße und ich erreich recht zügig mein erstes Zwischenziel des Tages: Nenana. Nenana ist für mich der Inbegriff von Alaska, die vielen kleinen Holzhütten, die schneebedeckt von der Sonne beschienen werden, lassen mich gedanklich direkt wieder in das Eingangs erwähnte Buch fallen. Gefühlt müsste mir Max Gottschalk gleich hinter der nächsten Straßenkreuzung in die Arme laufen und fragen, wie es seinen Eltern im fernen Deutschland so gehe.
Doch dem ist nicht so, außer einem älteren Ehepaar, welches gerade in einen kleinen Supermarkt zum Einkaufen fährt, begegnet mir hier keine Menschenseele. Auch das Roughwoods Inn, ein kleines Café, hat zwar geöffnet, wirkt aber sehr leer. Ich schlendere noch ein wenig durch den Ort, staune über mehrere kleinere und größere Holzschnitzereien und steige irgendwann durchgefroren wieder in mein Auto ein.


Nenana - für mich das stereotype Dorf in Alaska

Fairbanks ruft! Also geht es von Nenana wieder auf in Richtung Nordosten, wobei sich das Gelände wieder als deutlich bergiger erweist. An einem Parkplatz kurz vor Fairbanks halte ich noch einmal an, um den Blick streifen zu lassen. In der Ferne (und das ist hier wörtlich zu nehmen) zeigt sich unter anderem der Mount Hess, was einer Sichtweite von ca. 137km entspricht.


Ich kann mich nicht daran erinnern, in Deutschland jemals eine solche Sichtweite gehabt zu haben. Vergleich: Das ist wie von Frankfurt aus das Heidelberger Schloß zu sehen!

Doch weiter im Text, respektive auf der Straße. Fairbanks begrüßt mich mit viel Sonnenschein, um 11:00 Uhr bin ich zum Einchecken aber noch deutlich zu früh im Hotel. Also lasse ich mein Gepäck dort zurück und beschließe zunächst ein paar Ecken der Stadt zu erkunden. Mit dem Auto geht es zum Museum of the North auf dem Campus der University of Alaska, in dem es eine Ausstellung zur Tierwelt und zur Geschichte des 49. Staats der USA gibt. In der oberen Etage befindet sich noch eine Kunstausstellung, die mich aber nicht ganz so in den Bann zieht wie die vielen ausgestopften und teilweise auch anfassbaren Exponate im Erdgeschoss. Auch das Gebäude an sich sticht mit seiner spannenden Architektur hervor.


Endlich mal ein Bär!


Blick in Richtung Süden, Fairbanks selbst liegt südöstlich des Bildes

Im Anschluss ruft mein Magen mich zur Ordnung - die Mittagessenszeit ist schon längst vorbei. Also führt mich google maps auf kürzestem Weg in Richtung Osten Fairbanks, wo ich endlich seit langer Zeit wieder einmal ein Orange Chicken bei Panda Express essen kann. Für mich ist das, zumindest in Kombination mit den super Greens und Chow Mein, noch eine der „gesünderen“ Fastfood-Optionen, auf jeden Fall aber eine sehr leckere.
Schräg gegenüber befindet sich ein großer Walmart, in dem ich mir für das Abendessen noch ein Sandwich und etwas Gemüse kaufe.
So gestärkt und auch für den Abend gut vorbereitet, fahre ich weiter nach Downtown. Hier stelle ich das Auto ab und lasse mich etwas durch die Straßen treiben, finde aber kaum geöffnete Läden. Kein Wunder: Abgesehen davon, dass ich eh noch vor der Tourismussaison da bin, ist aktuell natürlich auch noch Spring Break - viele Geschäfte, vor allem Souvenirläden, bleiben da einfach geschlossen. Davon lasse ich mir aber nicht die Laune verderben, sondern spaziere etwas am Chena River entlang, der sich durch die Stadt windet bevor ich ins Hotel zurückkehre und einchecke.



Sind das diese Eisbären, von denen alle immer reden?

Mein Zimmer überzeugt durch seine Sauberkeit, es wirkt zudem sehr modern, aber es ist leider auch eiskalt. Der Grund zeigt sich schnell, denn die Klimaanlage läuft auf vollen Touren und lässt sich nicht abschalten. Der nette Portier nimmt sich der Sache an und stellt fachmännisch fest, das simpel die Batterien des Bedienteils leer seien. Als er diese - um eine schnelle Lösung bemüht - mit denen der Fernbedienung des Fernsehers tauschen möchte, bemerkt er, dass diese gar nicht vorhanden ist. Ein Umstand, der mich nicht aufgefallen ist, denn ich gucke so gut wie nie fern.
So muss er noch einmal nach unten und steht dann mit neuen Batterien vor mir - die Klimaanlage ist aus und der Raum wird wärmer. Ein Glück.

Am späten Nachmittag beschließe ich dann, dass ich noch den nahe gelegenen Pioneer Park besichtigen möchte. Hier gibt es im Sommer eine Art Freizeitpark mit unterschiedlichsten Buden, kleinen Museen und vielen Möglichkeiten zum spielen und toben für Kinder. Auch jetzt im Winter ist der Spielplatz gerappelt voll, das tolle Wetter lockt scheinbar auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt alle Menschen aus ihren Häusern.
Ich kann mir viele der Attraktionen nur von außen ansehen, bin aber von dem kleinen Ort begeistert. Unter anderem laufe ich so über den Bordwalk der nachgebauten Gebäude des Fairbanks zu Goldrauschzeiten und fühle mich erneut in mein Buch versetzt. Unter anderem ist hier auch der letzte Schaufelraddampfer, der den Nenana River befahren hat, ausgestellt.


The last lady of the river

Zurück im Hotel gibt es noch ein Abendessen, danach lese ich noch ein wenig und schreibe Postkarten in die Heimat bevor meine Augen sich schließen.


Während der Reise wurde ich immer mal wieder gefragt, wie denn die Temperaturen so seien. Für mich waren sie total okay, ich hätte es mir sogar noch etwas kälter gewünscht (die richtige Alaska-experience eben). Aber ab diesem Tag konnte ich zumindest mit einem Foto antworten:

...für ein T-Shirt. Ja - ein echtes Nummernschild. Hatte er hinten auch dran.

mrh400

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Antw: 'n büsschen kalt, nech? - Alaska - 2026
« Antwort #18 am: 07.05.2026, 09:08 Uhr »
Das Nummernschild ist super!

 :dozent: zur Sichtweite eine Anregung für eine Deutschland-Tour: Autobahnparkplatz Adelzhauser Berg (A 8 ) - Großvenediger ca. 160 km/Großglockner ca. 180 km https://tinyurl.com/eyuwr6dh
und vom Autobahnparkplatz Köschinger Forst (A 9) kann man bei starker Föhnlage auch beide sehen, da sind es über 200 km https://tinyurl.com/y2v5zx95
(soll ja nur zeigen, dass ich aufmerksam mitlese :lol: )
Gruß
mrh400

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Antw: 'n büsschen kalt, nech? - Alaska - 2026
« Antwort #19 am: 07.05.2026, 10:01 Uhr »
Da hast du aber wirklich sehr aufmerksam gelesen!

Beide Orte habe ich in D schon mit dem Auto passiert, am Köschinger Forst habe ich sogar schon Rast gemacht. Aber entweder war das Wetter nicht so dolle oder ich habe es schlicht nicht realisiert, welch grandioser Weitblick sich mir so geboten hat.  :shock:

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Antw: 'n büsschen kalt, nech? - Alaska - 2026
« Antwort #20 am: Heute um 09:39 »
Sa. 04.04.

Um zwei Uhr morgens werde ich wach. Nicht, weil die Nachbarn Lärm machen oder weil ich früh raus muss, sondern weil die ausgeschaltete Klimaanlage sich von alleine eingeschaltet hat und mit sehr lauten Geräuschen wieder kalte Luft in mein Zimmer pustet. Nach diversen Versuchen der Störungsbehebung schlurfe ich zur Rezeption und hole mir Hilfe. Der junge Mann entschuldigt sich drei Mal bei mir, kommt dann mit nach oben und findet ebenfalls keine Lösung, weshalb er mir kurzentschlossen anbietet, die Sicherung für die Klimaanlage einfach rauszudrehen. Das lässt mich zwar auch nicht mehr im Zimmer heizen, aber so habe ich wenigstens meine Ruhe.

Bis um halb neun kann ich nach dem nächtlichen Zwischenfall schlafen, ziehe mich in Ruhe an und gehe erst einmal nach unten in die Lobby. Hier in einer Ecke steht das Frühstücksbuffet: Auf Papptellern kann ich mir etwas Rührei, Bacon und Toast zusammenstellen, dazu gibt es die üblichen Varianten an Muffins und Müsli in kleinen Portionsbechern zur Auswahl. Da das Mittagessen heute auf Grund der Tagesplanung ausfallen soll, schlage ich entsprechend etwas mehr zu als ich das sonst tun würde. Insbesondere eine der Müslivarianten mit Ahornsirup schmeckt mir sehr gut, weshalb ich mir hier gleich noch einen zweiten Becher zu Gemüte führe.

Zurück im Zimmer packe ich meine Badehose und nebst Latschen ein, denn heute möchte ich draußen baden gehen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt an sich sicherlich eher ein gewagtes Vorhaben, aber rund 100km östlich von Fairbanks befinden sich die Chena Hot Springs, eine natürlich Heißwasserquelle. Die Fahrt ist unspektakulär, ich werde mir nur wieder bewusst, wie einsam Alaska eigentlich zu weilen ist. Mir kommen kaum Autos entgegen, es gibt weder Radio- noch Handyempfang und ich bin im Grunde auf mich allein gestellt. Mein Jeep macht aber auch keinerlei Probleme, nimmt die teilweise eher unebene Straße unbeeindruckt hin und so parke ich gegen 11:00 Uhr am Chena Hot Springs Resort. Im Vorfeld hatte ich schon gelesen, dass ich am Eingang zur Quelle auch per Karte zahlen kann, aber für den Spind 2 Quarter brauche. In meinem Portemonnaie befindet sich - noch als Überbleibsel aus dem letzten USA-Urlaub - noch exakt ein einzelner Dollar. Auf meine Frage, ob man mir nicht einfach zwei Quarter mit auf die Karte buchen kann, zeigt der Mitarbeiter nur auf ein Schild welches genau diese Frage explizit verneint. Wechsel könne er den Schein auch nicht, aber sie haben einen Automaten da, der genau das tut. Also verschwindet der letzte Dollar im dafür vorgesehenen Schlitz und unten klimpern vier Münzen im Auswurf - Glück gehabt.

Die Quelle an sich ist für mich sehr angenehm, wenngleich stellenweise sogar noch zu warm. Trotzdem verbringe ich hier eine gute Zeit, lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen und kühle mich zwischendurch mit Schnee ab, den ich von den Felsen um das Becken herum hole. Leider sind die sanitären Anlagen für mein Verständnis und vor allem im Verhältnis zum Eintrittspreis ziemlich bescheiden. Sowohl die Toiletten, als auch die Duschen und Umkleiden machen keinen sonderlich appetitlichen Eindruck und wirken stark in die Jahre gekommen.

Auf dem Gelände des Resorts gibt es auch noch ein Eismuseum, hier habe ich mir den Besuch aber gespart. Die entsprechenden Rezensionen wirkten auf mich nicht so wirklich überzeugend. Deshalb setze ich mich hier wieder ins Auto und mache mich auf den Rückweg nach Fairbanks.


Das Eismuseum




Irgendwann muss ich mal im Winter mit dieser Bahn fahren - das muss ein tolles Gefühl sein.

In der Stadt angekommen muss ich einfach noch einmal Orange Chicken essen gehen, weshalb ich direkt wieder beim Panda Express lande. Frisch gestärkt geht es wieder nach Downtown, dieses Mal  zum „Morris Thompson Cultural and Visitors Center“. Hier bin ich überrascht: Beinahe 90 Minuten verbringe ich in der sehr toll gestalteten Ausstellung, die mir viel über die Vergangenheit Fairbanks, vor allem aber auch über das Leben der Einwohner in dieser Gegend beibringt. Liebevolle Murals wechseln sich hier mit Informationstafeln, Bildern und nachgebauten Hütten ab. Für mich eine klare Empfehlung für jeden Fairbanksbesucher.

Nachmittags schlendere ich noch etwas am Chena River entlang, mache aber kaum mehr Fotos. In Teilen ist der Fluss schon aufgetaut, an anderen Stellen scheint er noch tief vereist zu sein.
Den Tag lasse ich im Hotel ausklingen, und packe den Koffer schon einmal etwas um, damit ich für die restlichen Tage gut gerüstet bin. Die Klimaanlage im Zimmer ist nach wie vor aus, weshalb ich bei gekipptem Fenster schlafe. Die kalte Luft bekommt mir glücklicherweise sehr gut, ich mache das zu Hause auch im Winter ganz gerne mal.

Morgen gibt es wieder mehr Bilder, heute gab es dafür nicht genügend Gelegenheiten.

Heinz-Helmut

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Antw: 'n büsschen kalt, nech? - Alaska - 2026
« Antwort #21 am: Heute um 13:01 »
Toll diese Schneemengen. Da muss ich auch unbedingt mal hin